Goddelsheim

Fisch-Wilderei im idyllischen Aartal

- Goddelsheim. Angeln ist nicht gleich angeln. Boris Wagner weiß das genau. Der Goddelsheimer Fischwirt hatte neulich ein besonderes Exemplar am Haken: einen Schwarzfischer.

„Die Herren bedienen sich hier, als wären sie am Buffet“, sagt Boris Wagner und macht aus seinem Unmut über „die Selbstbedienungsmentalität“ keinen Hehl. Der Fischwirt betreibt im Aartal zwischen Goddelsheim und Münden eine Fischzucht und einen Angelpark.

Wer an seinem Hofladen läutet, kann fangfrischen Fisch kaufen. Wer ihn nebenan am Angelteich lieber selbst fischen möchte, kann das auch gern tun. Seit zwei Jahren hat Wagner außerdem das „Fischereirecht im Eigentum“ über eine Strecke von sechs Kilometern an dem Bach, der seine Teiche mit Wasser speist. Den Fluss hat er zum Fliegenfischen freigegeben. Angler können Bachforelle oder Äsche fangen, allerdings nur, wenn sie einen gültigen Angelschein besitzen – und gegen Entgelt.

Das wollen sich manche sparen, fand Wagner in den vergangenen Monaten heraus: Neulich erwischte er einen 61-Jährigen beim Schwarzangeln – der hatte sich am Bach ausgerechnet auch noch eine Schonstrecke zur Wilderei ausgesucht, sagt Wagner. Und erst vor zwei Tagen hat Wagner wieder zwei Schwarzangler auf frischer Tat ertappt – ältere Jugendliche hatten am Bach auf einen guten Fang gehofft. Doch damit gerieten sie in gefährliches Fahrwasser und machten die Rechnung ohne den (Fisch-)Wirt – und das Gesetz.

Denn: „Fischwilderei ist nach Paragraf 293 des Deutschen Strafgesetzbuches strafbar; sie wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“, erklärt Christoph Laczny, Mitarbeiter der Oberen Fischereibehörde beim Regierungspräsidium in Kassel.

Der 61-jährige Wilderer bekam das Gesetz zu spüren: Anfang des Monats wurde er vom Korbacher Schöffengericht allein wegen Fischwilderei zu einer Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt. Wegen anderer Vergehen kamen dann noch mal 80 Tagessätze hinzu, erklärt der zuständige Richter am Amtsgericht auf Nachfrage der WLZ-FZ.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 21. Mai.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare