Diemelsee

Fischer verklagt Verkehrsminister

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Grün und braun

- Diemelsee (nv). Fällt der Pegel, fällt das Naturschutzgebiet am Diemelsee trocken. Die Zerstörung der Natur und damit den Verstoß gegen das Naturschutzgesetz prangert Bernhard Höpfner an. Der Fischer aus Willingen hat gestern daher Strafanzeige gegen Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gestellt.

„Der Diemelsee ist eine Bundeswasserstraße und daher ist der Verkehrsminister zuständig. Eine ihm unterstellte Behörde, das Wasser- und Schifffahrtsamt, lässt das Wasser ab“, erklärt der passionierte Angler. Die Strafanzeige, die er gestern bei der zuständigen Wasserschutzpolizei eingereicht hat, begründet er mit dem Bundesnaturschutzgesetz: „Laut Gesetz darf niemand Natur zerstören.“ Das gelte insbesondere für Naturschutzgebiete wie das im Itterarm des Diemelsees, ergänzt der Naturschutz- und Umweltbeauftragte der Gewässergruppe Diemel im Verband Hessischer Fischer.

Die Anzeige stellt Höpfner privat. Sein Verband stehe aber hinter ihm, betont der Willinger. Juristische Schritte leitet er nach eigenen Angaben aus folgenden Gründen ein: l „Wenn das Naturschutzgebiet trocken fällt, stirbt alles Leben ab“, betont er mit Blick auf die grün-braune Fläche auf Höhe des Parkplatzes Kotthausen. Niedrigwasser ist am Diemelsee zwar nicht ungewöhnlich, da die Talsperre jeden Sommer Wasser abgeben muss, damit der Wasserstand der Weser konstant bleibt. Aufgrund des trockenen Frühjahrs verzeichnen sowohl Diemel- als auch Edersee 2011 jedoch schon seit mehreren Wochen einen extrem niedrigen Wasserstand.

Mitte Juli war der Diemelsee mit 9,1 Millionen Kubikmetern Wasser nur noch zu 45,7 Prozent gefüllt. Laut Stefan Koch, Kapitän des Ausflugsschiffes MS Muffert, entsprach dieser Wasserstand den Werten, die in der Regel erst im September erreicht werden. Mit der öffentlichkeitswirksamen Anzeige des Ministers verfolgt Höpfner das Ziel, eine einstweilige Verfügung beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zu erwirken. „Ich will damit zumindest den jetzigen Zustand erhalten und verhindern, dass weiteres Wasser abgelassen wird“, berichtet Höpfner gegenüber der WLZ-FZ.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 2. August.

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