38 Asylbewerber finden Aufnahme in Usselner Gemeinschaftsunterkunft

Flüchtlinge betreuen und begleiten

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Ortstermin in Usseln: Unser Bild zeigt den Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft, Jamsched Amirzada, sowie Pfarrerin Gisela Grundmann, Ordnungsamtsleiter Dieter Pollack und Bürgermeister Thomas Trachte, denen eine umfassende Information der Bürger und die Koordination der Hilfe wichtig ist. Foto: Ulrike Schiefner

Willingen-Usseln - In der vergangenen Woche hielten die ersten 20 Asylbewerber in der Gemeinschaftsunterkunft in Usseln Einzug, vorgestern kamen weitere 18. Sie stammen aus verschiedenen afrikanischen und asiatischen Ländern. Zahlreiche Upländer möchten aktiv werden. „Wie können wir helfen?“

Bei zwei Ortsterminen machten sich Pfarrerin Gisela Grundmann, Kirchenvorstandsmitglied Dagmar Kappelhoff, Bürgermeister Thomas Trachte, Ortsvorsteher Karl Bangert und der Leiter des Willinger Ordnungsamts, Dieter Pollack, ein Bild von der Situation. Im Gespräch mit dem Betreiber des Hauses, Jamsched Amirzada (Korbach), verdeutlichten die Pfarrerin und der Verwaltungschef die Bereitschaft vieler Bürger, die Flüchtlinge in der fremden Umgebung willkommen zu heißen und ihnen auf mannigfaltige Art zu helfen. „Es ist wichtig, dass die Hilfe koordiniert wird“, so Thomas Trachte und Gisela Grundmann. Außerdem kommt es ihnen darauf an, dass die Bürger umfassend informiert werden.

Viele Nationen und Sprachen

Die Gemeinschaftsunterkunft in Usseln wurde vom Landkreis Waldeck-Frankenberg angemietet. Die derzeit hier untergebrachten Flüchtlinge kommen aus Afghanistan, Pakistan, dem Irak, Syrien, Algerien, Äthiopien, Eritrea, Somalia und von der Elfenbeinküste. Sie sprechen Arabisch, Urdu und Amharisch, je nach Herkunft auch noch andere Sprachen, einige können sich auf Englisch oder Französisch verständigen. Für die Erteilung von Deutschunterricht stellt die evangelische Kirchengemeinde ihren Gemeinderaum zur Verfügung.

Die Asylbewerber haben die Möglichkeit, von ihrem Taschengeld Lebensmittel einzukaufen und in der Gemeinschaftsunterkunft selbst ihr Essen zuzubereiten. Waschmaschinen und Wäschetrockner stehen ebenfalls zur Verfügung. Bei den Ortsterminen hieß es, dass Sachspenden nicht erforderlich seien. Gebraucht werden jedoch Menschen, die sich für eine Betreuung und Begleitung Zeit nehmen und als Kontaktpersonen zur Verfügung stehen. Dem Bürgermeister schwebt vor, die Flüchtlinge je nach Interessenlage auch ins Vereinsleben zu integrieren. In den sozialen Netzwerken wurden ebenfalls schon Ideen geboren, wie man Kontakte herstellen kann.

In der Uplandgemeinde gibt es nicht nur die in diesem Monat eröffnete Gemeinschaftsunterkunft in Usseln. Die Kommune hat ebenfalls Wohnraum für Asylbewerber angemietet. Jeweils drei Flüchtlinge sind in Willingen und Schwalefeld untergebracht sowie sechs in Welleringhausen. „Wir haben auch schon um Sachspenden gebeten“, berichtet der Verwaltungschef, der für die positive Resonanz dankbar ist.

Ansprechpartnerinnen

Als Ansprechpartnerinnen für alle Bürger, die bereit sind, die Asylbewerber in welcher Form auch immer zu unterstützen, stehen zwei Damen zur Verfügung, die sich um eine Koordination der Hilfe bemühen: Karin Jäger im Rathaus (Telefon 05632/401122) und Lisa Mannweiler beim Landkreis (Telefon 05631/954285).

Von Ulrike Schiefner

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