Finanzielle Not lindern

Förderprogramm soll auch Musikvereine in Waldeck-Frankenberg in der Krise stärken 

Der Musikverein Rhena spielte unter der Leitung von Jürgen Klingenhöfer im Jahr 2019 beim Blasmusikfrühschoppen Marsch-Marsch der Usselner Schützengesellschaft.
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Als Konzerte noch möglich waren: Der Musikverein Rhena spielte unter der Leitung von Jürgen Klingenhöfer im Jahr 2019 beim Blasmusikfrühschoppen Marsch-Marsch der Usselner Schützengesellschaft.

Der Hessische Musikverband (HMV) hat das Förderprogramm „#viertelnach12“ gestartet.

Waldeck-Frankenberg –  Viele Musikvereine seien durch die Corona-Pandemie in ihrer Existenz gefährdet, sagt Jürgen Klingelhöfer (Frankenberg), Bezirksmusikbeauftragter des HMV und Dirigent des Musikvereins Rhena. Orchester aus Waldeck-Frankenberg seien glücklicherweise nur teilweise betroffen, allerdings könnte sich dies mittelfristig ändern.

Den Orchestern fehlten aufgrund der langen Zeit ohne kulturelle Veranstaltungen zusehends die Einnahmen und auch die Perspektiven. Überdies würden die Blasorchester und Spielleute zum Beispiel im Vergleich zum Sport in Hessen deutlich weniger durch den Staat gefördert, so Klingelhöfer.

Nun verspricht der Hessische Musikverband schnelle und unbürokratische Hilfe. Der HMV ist mit 340 Vereinen aus dem Bereich der Blasorchester und Spielleute und insgesamt mehr als 15 000 aktiven Musikerinnen und Musikern einer der größten Musikverbände Hessens und hat in den vergangenen Monaten intensiv Fördermittel für Musikvereine akquiriert.

Musikvereine in der Krise: Antragsstellung einfach

„Unser Ziel ist es, die Antragstellung und -bewilligung so einfach und intuitiv wie möglich zu machen, damit Vereine, die durch Corona in Existenznot geraten sind, zeitnah eine Unterstützung erhalten“, sagt Verbandsgeschäftsführer Nicolas Ruegenberg. Hierzu zähle auch die Möglichkeit der Selbstprüfung des Antrages vorab.

„Wir haben das Antragsformular so konzipiert, dass bereits beim Ausfüllen eine Fehlermeldung erfolgt, wenn auf Basis der eingegebenen Zahlen keine Fördermittel zu erwarten sind. Hierdurch möchten wir den Vereinsvorsitzenden Zeit sparen und erreichen gleichzeitig, dass nur Anträge gestellt werden, die auch Aussicht auf Bewilligung haben.“ Dem HMV gehören auch zahlreiche Musikvereine aus Waldeck-Frankenberg an. Einige seien kreativ und ermöglichen zum Beispiel Instrumentalunterricht per Video, sagt Jürgen Klingelhöfer.

Musikvereine in der Krise: Gewinnung von Nachwuchsmusikern wichtig

Doch einige würden dennoch Existenzsorgen plagen: Nicht nur die Einnahmen fehlen, auch Musiker könnten das Interesse verlieren. Zudem ist die so wichtige Gewinnung von Nachwuchsmusikern schwierig. Ruegenberg betont, dass das Programm niederschwellig angelegt sei. So sind unter anderem Kosten für Dirigenten und Miete ansatzfähig. Auch wenn Vereine bis zu 5000 Euro auf dem Konto haben, erhalten sie den Zuschuss. Damit können Orchester zum Beispiel nach der Corona-Krise wieder Konzerte anfinanzieren.

Man wisse, dass viele Vereinsvorsitzende nach erfolglosen Anträgen im letzten Jahr entmutigt seien, sagt Nicolas Ruegenberg. Mit dem Programm #viertelnach12 möchte der HMV praxisnah unterstützen. Jürgen Klingelhöfer ergänzt, dass der HMV auch für andere Aspekte wie zum Beispiel die Jugendausbildung oder die fachliche Fortbildung gerade nach der langen Zeit ohne Proben gern ein Ansprechpartner für die Vereine ist, um den Neustart so einfach wie möglich zu machen. (red)

Informationen zur Unterstützung der Kampagne #viertelnach12 und zur weiteren Aktivität des HMV finden sich auf der Website des Verbandes hessischer-musikverband.de.

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