Begeisterung für Physik anfachen

IHK fördert Schülerforschungszentrum der Beruflichen Schulen in Korbach

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Im Schülerforschungszentrum der Beruflichen Schulen – von links: Dr. Peter Sacher, Schulleiter Uwe Schönrock, der Vorsitzende der IHK-Regionalversammlung, Ralph Hübschmann, Abteilungsleiter Jürgen Neumeier, Abteilungsleiter Jan Baumann und Frank Richter von der Korbacher Messtechnik-Firma Kocos. Sitzend: die Lehrerinnen Jessica Wieck und Isabell Bochon mit zwei "Smart Cars".

Korbach – Die Waldeck-Frankenberger Regionalversammlung der Industrie- und Handelskammer fördert das Korbacher Schülerforschungszentrum der Beruflichen Schulen - sie will so dazu beitragen, die Begeisterung für Physik und andere Naturwissenschaften anzufachen.

Aus welcher Höhe muss ein Fahrzeug starten, um eine Teststrecke mit Looping und Steigung zu bewältigen? In der Theorie haben es Felix Hanke und Tim Stöcker aus der elften Klasse des Beruflichen Gymnasiums bereits ausgerechnet. Im Schülerforschungszentrum in einem Schulungsraum der Korbacher Messtechnik-Firma Kocos können die beiden im praktischen Versuch überprüfen, ob sie richtig liegen. 

Regelmäßig kommen Jugendliche der Beruflichen Schulen in Korbach und Bad Arolsen mit ihrer Klasse ins Forschungszentrum – wenn sie Lust haben, können sie auch öfter experimentieren. Denn das Zentrum soll den Spaß an den Naturwissenschaften befördern. 

Regionalversammlung der Industrie- und Handelskammer fördert

5000 Euro hat die Waldeck-Frankenberger Regionalversammlung der Industrie- und Handelskammer für die Ausstattung bereit gestellt, am Donnerstag präsentiert die Leitung der Beruflichen Schulen dem Chef des IHK-Servicezentrums in Korbach, Dr. Peter Sacher, was sie mit dem Geld angeschafft hat. 

Dr. Sacher ist an der Entstehung des Zentrums beteiligt. Von seinen Betrieben weiß er, wie knapp der Nachwuchs in den „MINT-Berufen“ ist, die sich mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik beschäftigen. Ziel sei, die Beigeisterung von Kindern und Jugendlichen für diese Felder zu erhalten. Die IHK habe daher eine „MINT-Strategie“ entwickelt. Dazu gehöre die Initiative „Haus der kleinen Forscher“ für Kindergärten und Grundschulen ebenso wie das Forschungszentrum, das ein „Alleinstellungsmerkmal“ der Beruflichen Schulen sei.

 „Dort können wir Sachen zeigen, die wir sonst nicht zeigen könnten“, berichtet Schulleiter Uwe Schönrock. „Das macht den Physik-Unterricht noch interessanter.“ Er sei froh, dass die Schule den Raum nutzen könne. Den stellt Kocos-Chef Thomas Becker der Schule auf Vermittlung von Dr. Sacher kostenlos zur Verfügung. „Das läuft reibungslos“, sagt der Leiter der Kocos-Abteilung „Engeneering und Services“, Frank Richter. 

Start vor zwei Jahren

Vor zwei Jahren habe das Projekt begonnen, berichtet Schönrock, „mit der Spende der IHK waren wir in der Lage, viele sinnvolle Dinge anzuschaffen.“ Auch Continental habe bei der Ausstattung geholfen. Weitere Firmen hätten ihre Unterstützung zugesagt, fügt der Leiter der Schul-Abteilung für Gewerblich-technische Berufe, Jürgen Neumeier, hinzu.

 Zunächst seien jeden Mittwoch Fachoberschüler der Fachrichtung Elektrotechnik von 14 bis 17 Uhr ins Zentrum gekommen, mittlerweile gebe es am Donnerstag von 13.30 bis 15 Uhr einen zweiten Termin für die Physikklassen des elften Jahrgangs am beruflichen Gymnasium. Bemerkenswert findet Dr. Sacher, dass Schüler und Lehrer in ihrer Freizeit zum Experimentieren kämen. 

Ein großer Vorteil sei, dass im Zentrum Versuche stehen bleiben könnten, in der Schule müssten sie immer abgebaut werden, sagt Neumeier.

Verschiedene Techniken

Jugendliche am Versuchsstand des Schülerforschungszentrum der Beruflichen Schulen: links Tim Stöcker, neben ihm Felix Hanke

Zwei Schüler und zwei Lehrerinnen demonstrieren vorhandene Techniken für Experimente. Felix Hanke und Tim Stöcker stellen den mit Messtechnik ausgestatteten Versuchsstand vor, die Teamleiterin Physik, Jessica Wieck, und die Physiklehrerin der Elfer-Gymnasiasten, Isabell Bochon, präsentieren zwei „Smart Cars“, mit der sich Impuls- und Bewegungsenergie mit digitaler Messtechnik optisch darstellen lässt. Dies veranschaulicht viele physikalische Gesetze und verzahnt Theorie und Praxis. 

Die neuen Experimentiermöglichkeiten kommen bei den Jugendlichen offenkundig an: Im nächsten Schuljahr komme in der Jahrgangstufe zwölf ein Physik-Leistungskurs zustande, betont der Abteilungsleiter fürs Berufliche Gymnasium, Jan Baumann. Die Auszeichnung „MINT-freundliche Schule“ sei Antrieb, diese Fächer besonders zu fördern. 

Spaß am Experimentieren

Auch außerhalb des Unterrichts nutzen zwei engagierte Schüler das Zentrum für eigene Entwicklungen: Einer arbeitet an einem Modellflugzeug mit Düsenantrieb, ein anderer will einen Stift bauen, der bei Rechtschreibfehlern in der Hand des Schreibers vibriert.

 Das Zentrum sei noch ein „zartes Pflänzlein", sagt Neumeier – "wir gießen es weiter, damit es wächst.“ (-sg-)

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