Korbach

Förderverein muss alle Register ziehen

- Korbach (nv). Zwei zusätzliche Register für die neue Kiliansorgel zwingen Förderverein und Stadtkirchengemeinde Korbach, alle Register zu ziehen. Bis zum Einbau im Sommer 2011 müssen sie mehr Spenden sammeln als bisher angenommen.

Das symbolische Spendenbarometer in Form einer Orgelpfeife auf der Internetseite der Kirchengemeinde www.ev-kirche-korbach.de steht bei 263 000 Euro und damit bei rund 73 Prozent der erforderlichen Spendensumme von 360 000 Euro. Der Stand aus dem Januar ist inzwischen allerdings überholt, teilte Günther Hofeditz, Vorsitzender des Fördervereins Kiliansorgel, gestern mit. Vereinsmitglieder und Vertreter der Kirchengemeinde einigten sich darauf, die neue Orgel um zwei zusätzliche Register zu erweitern und damit voll auszubauen. Mit den Kosten steigt auch die Summe der aufzubringenden Spenden. Ursprünglich waren für den Neubau 720 000 Euro veranschlagt. Laut Hofeditz zahlt die Landeskirche 364 000 Euro. Der Förderverein habe bis zum heutigen Tag 177 363 Euro gesammelt. „Rund 45 000 Euro allein anlässlich verschiedener Familienfeiern“, betont der Vorsitzende dankbar. 92 700 Euro seien bislang auf dem Spendenkonto der Kirchengemeinde eingegangen. Alle drei Posten zusammen belaufen sich auf 634 063 Euro. 85 937 Euro Spenden hätten laut der ursprünglichen Planung noch gefehlt. „Durch die neue Entscheidung fehlt uns nun jedoch ein erheblich höherer Betrag“, betont Hofeditz. Die Restsumme beläuft sich auf rund 167 000 Euro, also nahezu das Doppelte der 85 937 Euro. „Alle Gremien waren sich allerdings über den Vollausbau einig“, erläutert der Korbacher. Im Gegensatz zu anderen Orgeln, wie zum Beispiel der in der Nikolaikirche, sei ein nachträglicher Einbau der „zwei entscheidenden Register“ nicht möglich. Stadtkantor Eberhard Jung hatte sich für diese Variante stark gemacht. Der Fehlbetrag setzt sich wie folgt zusammen: Zu den fehlenden 85 937 Euro kommen 41 000 Euro für die Zusatz-Register hinzu. Das sind 126 937 Euro. Die Differenz zu den genannten 167 000 Euro – sie beträgt 40 063 – ergibt sich laut Hofeditz aus Nebenkosten, die ebenfalls anfallen. Dazu zählen beispielsweise der Anstrich des Prospekts und Kosten für den Aufbau. Zusammengerechnet betragen die Gesamtkosten für die Orgel somit rund 800 000 Euro. „Wir haben uns darauf geeinigt, dass Eberhard Jung gemeinsam mit seinen Kollegen Thomas Schwill und Georg Lungwitz durch Eigeninitiative 10 000 Euro aufbringt – allerdings unterstützt durch den Förderverein“, erläutert Hofeditz. Um die Zusammenarbeit zu erleichtern, gehört der Stadtkantor seit der Mitgliederversammlung des Vereins am 4. März dem Vorstand als Beisitzer an. Bei den Wahlen bestätigten die etwa 50 Mitglieder die weiteren Vorstände im Amt: Vorsitzender bleibt Günther Hofeditz. Sein Stellvertreter ist Klaus Fingerhut. Karl Oppermann zeichnet für die Finanzen verantwortlich. Martin Dörflinger fungiert als Schriftführer. Weiterer Beisitzer ist Ernst Paul. Die Stellvertreter des Vorstandes heißen Karl-Heinz Keudel, Hans-Henning Segler und Bernd Böttner. Wenn der Dekan Korbach zum 1. August verlässt, übernimmt Pfarrer Markus Heßler sein Amt. „Während die Auftragsvergabe für den Neubau in Händen der Stadtkirchengemeinde liegt, ist die Mittelbeschaffung hauptsächlich unsere Aufgabe“, verweist Hofeditz auf den Vereinszweck. „Wir brauchen daher dringend Mitglieder und Spender“, ruft er zum Engagement für das Instrument auf, das für neuartige Klangerlebnisse im gotischen Kirchenraum sorgen soll. Darüber hinaus setzt der Verein alles daran, weitere öffentliche Mittel zu akquirieren. Nach dem großen Konzert mit den Wiener Sängerknaben, das knapp 16 000 Euro in die Kasse brachte, planen die Korbacher 2010 zwei weitere große Konzerte: Die „German Tenors“, die 2008 beim Altstadt-Kulturfest zu Gast waren, treten am 19. Juni um 19.30 Uhr in der Kilianskirche auf. „Sie spenden 4000 Euro ihrer Gage“, hebt Hofeditz hervor. Karten kosten 20 / 23 / 25 Euro. Der Vorverkauf im Bürgerbüro Korbach soll noch vor Ostern beginnen. Der genaue Termin wird bekannt gegeben. Anfang Dezember ist die große Besetzung des Heeresmusikkorps II aus Kassel auf Einladung von Jung zu Gast. Ebenfalls zugunsten der Kiliansorgel gibt die Korbacher Freilichtbühne ab 28. August Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ vor dem Südportal der Kirche. Ein Teil des Kartenerlöses fließt an den Förderverein. Ansprechpartner: Günther Hofeditz, Tel. 05631/921677. Konten für Spenden an den Verein, Stichwort „Kiliansorgel“: Wal­decker Bank, BLZ 523 600 59, Kontonummer 154 075, Sparkasse Waldeck-Frankenberg, BLZ 523 500 05, Konto 101 733.

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