Radfahrer mahnen Verbesserungen an

Freitag wieder Fahrrad-Flashmob in Korbach

Korbach - Wie in vielen Städten bundesweit treffen sich auch in Korbach Radfahrer regelmäßig am letzten Freitag im Monat, um sich gemeinsam für mehr Sicherheit im Straßenverkehr einzusetzen. Treffpunkt zur kurzen Stadtrundfahrt im Verband (mindestens 16 Teilnehmer erforderlich) an diesem Freitag ist um 17 Uhr der Obermarkt.

Empört zeigten sich die Radfahrer bei ihrer letzten Fahrt über Pläne im Korbacher Rathaus, vom Stadtparlament für den Radverkehr bereitgestellte Investitionsgelder zu streichen, da angeblich kaum Bedarf bestünde. Tatsächlich seien von den zur Verfügung stehenden fast 200000 Euro zum Stichtag 1. Juli 2014 lediglich 779,45 Euro eingesetzt worden. Um den Handlungsbedarf zu unterstreichen, fordern die Radfahrer unter anderem die Anlage von Radfahrstreifen in der Briloner Landstraße, der Arolser Landstraße sowie in der Heerstraße. Weitere Vorschläge:

Die Strother Straße solle bergan einen ausreichend breiten Radfahrstreifen erhalten. Bergab müsse aufgrund der zu geringen Fahrbahnbreite auf einen Streifen verzichtet werden, deshalb sei die Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen.

Die viel befahrene Schulwegeverbindung unterhalb der Kölner und Remscheider Straße sei auszubauen und die Querung über die Kasseler Straße zu sichern.

Die Schwelle in der Marker Breite sei seitlich zu entschärfen, wie es bei den anderen „Berliner Kissen“ im Stadtgebiet auch üblich sei.

Verbesserungsbedürftig seien ebenfalls die Querungshilfen an der Medebacher Landstraße. Vor der kleinen Mittelinsel ende jeweils der Radfahrstreifen und die Fahrbahn verenge sich. Diverse gefährliche Situationen seien schon vorgekommen. Stadteinwärts sei der Radstreifen in sehr schlechtem Oberflächenzustand.

An den Einmündungen der Schiller- und Goethestraße am Südring sei der Radwegeverlauf wie an der Einmündung des Neuen Weges nicht zu verschwenken. An Einmündungen von nachrangigen Straßen auf Hauptstraßen mit Radweg sei der Geh- und Radweg ohne Niveauabsenkung über den Einmündungsbereich fortzuführen.

Für zusätzliche Attraktivität, das Rad zu benutzen, könne auch die gesetzlich mögliche Freigabe zur Benutzung von Einbahnstraßen in beiden Richtungen sorgen. Diverse Einbahnstraßen in Korbach erfüllten dafür die Voraussetzungen.

Für den Bereich des touristischen Radverkehrs sei dringlich der Verlauf des R 5 durch die Innenstadt zu verlegen. Radtouristen würden immer noch offiziell auf dem Südring weiträumig um die Stadt herumgeführt, obwohl eine neue Streckenführung seit zwei Jahren ausgearbeitet im Rathaus vorliege.

Am Bahntrassenradweg sollten zumindest einseitig die Sperrbügel entfernt werden. Unerlaubter Autoverkehr wäre auch so abgehalten. Außerdem sollte ein zusätzlicher Rastplatz an der kleinen Streuobstfläche vor der Kreuzung Saure Breite angelegt werden, da der Weg auch gerne von Personen genutzt werde, die nur kürzere Wege schaffen.

Eine Ausschilderung vom Bahnhof zum Bahnradweg sei überfällig. Die am Beginn des Radweges aufgestellte Übersichtskarte sei auszutauschen, da sich der eigene Standort außerhalb der Karte befinde.

Die meisten Vorschläge lägen dem Rathaus schon seit Jahren vor, stellt Dr. Peter Koswig fest, Mitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC). Er sieht das Problem innerhalb der Verwaltung: „Mit der Wirtschaftsförderung, der Stadtplanung, dem Bauamt und dem Ordnungsamt sind Mitarbeiter aus gleich vier Bereichen mehr oder weniger für den Radverkehr zuständig.“ Sinnvoll sei eine Konzentration an einer Stelle innerhalb des Bauamtes. Weitere Verbesserungsvorschläge zum Radverkehr nimmt Koswig unter E-Mail peter.koswig@t-online entgegen. (r)

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