46 Zeugnisse übergeben

Fröbelseminar in Korbach verabschiedet Erzieherinnen und Erzieher

Lena Theresa Winkler (2. von links) und Daniel Glade dichteten bei der Zeugnisübergabe am Fröbelseminar in Korbach Rio Reisers Junimond um.
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„Es ist vorbei, bye, bye, wir sind raus“: Lena Theresa Winkler (2. von links) und Daniel Glade gaben ein Ständchen.

46 Absolventen des Fröbelseminars haben in Korbach ihre Zeugnisse erhalten - mit Zusammenhalt und einer Prise Eigensinn.

„Als Sie hier ankamen, hatten sie ganz unterschiedliche Erfahrungen im Gepäck, aber alle das gleiche Ziel“, erklärt Sonja Gerdes ihrer scheidenden Klasse: Erzieher werden und Kinder durch wichtige Phasen des Lernens begleiten. Die Schulzeit auf diesem Weg ist für 46 Absolventen des Evangelischen Fröbelseminars in Korbach zu ende.

27 Studierende müssen nach zwei Jahren schulischer Ausbildung in Vollzeit noch das Berufspraktikum absolvieren, die 19 in der praxisintegrierten Ausbildung „PiA“ wechselten schon drei Jahre zwischen Schule und Einrichtungen. Beiden Klassen zollte Melanie Brück als für Korbach zuständige stellvertretende Schulleiterin Tribut: Sie habe die kritischen Bemerkungen der „PiA“-Klasse zu schätzen gelernt und viel mitgenommen; an den Vollzeit-Azubis schätzte sie, wie sehr sie sich als Lerngruppe unterstützten. Für beide gelte: Der Abschluss könne durchaus gemischte Gefühle hervorrufen – Glück, Traurigkeit, aber auch Unsicherheit. „Ich wünsche Ihnen Mut und Zuversicht“, befand sie.

Ihr Abschluss ist gleichwertig zum Bachelor, erinnerte Schulleiter Prof. Freimut Schirrmacher – und habe ihm gegenüber auch Vorteile: Im Fröbelseminar werde stets an Teamwork gedacht. Wertschätzend auf Menschen zugehen, andere Perspektiven einnehmen können, das eigene Wissen reflektieren und an die Situation anpassen: Die Ausbildung habe ihnen gutes Handwerkszeug mit auf den Weg gegeben. Und im Sinne Fröbels bei Kindern die Neugier zu wecken, mache das Bildungswesen durchlässiger.

Dr. Christine Adam, die zusammen mit Sonja Gerdes auf ihre Zeit mit der „PiA“-Klasse zurückblickte, erzählte von drei bewegten Jahren: Mal lag die Motivation am Boden, mal gab es lebendige Diskussionen – sie attestierte der Klasse „Eigensinn“: Sie ließen sich nicht verbiegen, seien aber aufgeschlossen und kritikfähig – dass unterscheide Eigensinn eben von Starrsinn. Zum Glück: „Sie werden selbst Menschen begleiten, die auch eigensinnig sind – und aus Einzelteilen eine Gruppe formen.“

Personalwechsel, Krankheitsfälle und zum Schluss auch noch Corona: Mentorin Martina Umbach attestierte ihrer Klasse bewegte Jahre – und dass sie sie hervorragend gemeistert habe. Sie verglich das Leben mit dem Stricken: Manchen mache es mehr Mühe, manchen gelingen schönere Muster – die Wolle könne sich niemand aussuchen, aber die Nadel habe jeder selbst in der Hand.

Auch wenn der Rahmen kleiner als üblich war, trugen auch die Absolventen zur Feierlichkeit bei: Janina Vahle-Bender und Nazli Demiragac dankten den Lehrern für offene Ohren, gerade zu Corona-Zeiten. Lena Theresa Winkler und Daniel Glade dichteten derweil Rio Reisers „Junimond“ auf den Abschied vom Fröbelseminar um und gaben ein kurzes Konzert im Sonnenschein.

Die Absolventen am Evangelischen Fröbelseminar in Korbach

Praxisintegrierte Ausbildung: Vanessa Batista Guerreiro, Marla Biermann, Katharina Blagus, Jody Blumenstein, Adnan Durakovic, Daniel Glade, Sebastian Gleim, Julia Jung, Kim Carina Jungbluth, Mariska Koch, Max Lückel, Carina Neige, Selina Noll, Alina Richter, Noemi Roth, Deniz Selvi, Julia Spies, Lena Theresa Winkler und Lai-Ayuthia Woll.

Erzieher-Ausbildung in Vollzeit: Betül Balkan, Alena Busch, Franziska Butsch, Celina Chirakakis, Nazli Demiragac, Luisa Emmeluth, Lara Ayline Fischbach, Anna Graf, Nicole Grebe, Adrian Gruhs, Vivien Denise Heisig, Nicole Kalij, Pascal Kunze, Annika Nicolaus, Monja Katharina Noll, Irem Özkan, Maryse Robling, Silke Roßkamp, Pauline Scheidemann, Lea Schilling, Marie Schultze, Oya Subasi, Janina Vahle-Bender, Marijke van Gevelt, Jessica Winderlich, Sonja Hedwig Witsch und Tessa Zirankewitsch.

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