„Die Grundausbildung der sozialen Berufe“

Fröbelseminar in Korbach verabschiedet Sozialassistenten

Sozialassistenten der Klasse HBSA B1 von Claudia Alexi, werden am Evangelischen Fröbelseminar in Korbach verabschiedet.
+
In zwei getrennten Feiern erhielten die Sozialassistentinnen und -assistenten ihre Zeugnisse.

Nicht nur ihre Zeugnisse erlangten 34 junge Menschen am Fröbelseminar in Korbach – sondern auch einen besonderen Blick auf die Welt, der ihr Berufsleben prägen wird.

Über Selbstverantwortung und Wahlfreiheit habe sie den Klassen der angehenden Sozialassistenten regelmäßig gepredigt, blickte Melanie Brück zurück – und dann kam Corona: Die Schüler bewiesen, was sie können, schilderte die für das Fröbelseminar in Korbach zuständige stellvertretende Schulleiterin bei der Zeugnisübergabe an die Absolventen. Wegen der Pandemie wurden die beiden Klassen getrennt voneinander verabschiedet, was Platz für Abstand ließ.

Sozialassistenz sei die Grundausbildung in den sozialen Berufen, erläuterte Schulleiter Prof. Freimut Schirrmacher: Das darin Gelernte begleite Absolventen durch das ganze Berufsleben. Dazu gehöre, Beziehungen zu Menschen aufzubauen, Kommunikation zu etablieren, die eigene Rolle und Taten sowie deren Folgen kritisch abzuwägen. In der Arbeit mit Kindern seien sie kein Dompteur, kein bloßer Verwahrer und auch nicht Mitarbeiter einer Kleinkindschule, die Wissen in die Köpfe hämmere, erläuterte Freimut Schirrmacher: „Es geht darum, dass Kinder eine Haltung zur Welt gewinnen – eine, die Freude am Lernen weckt.“

Die Klasse B2 erhielt ihre Zeugnisse als Zweites.

Friedrich Fröbel habe Menschen gewünscht, die Bodenständigkeit und Visionen zusammenbringen und die Menschen in ihrer Verschiedenheit vereinen. Derweil nehme die Welt diese Unterschiedlichkeit noch immer zu wenig wahr: Es sei bloße Fiktion, dass jeder mit den gleichen Bedingungen startet. „Deutschland ist ziemlich kastenmäßig organisiert – da müssen wir raus. Und sie können als Sozialassistenten einen Beitrag leisten“, ermunterte der Schulleiter.

Auf die Zeit am Fröbelseminar blickten die Klassenleitungen zurück: „Ich traf auf eine Truppe, die einem Orchester ähnelte. Und wusste nicht, welches Stück gespielt wird“, berichtete Claudia Alexi über ihre HBSA B1. Die Wechsel zwischen Pop, Heavy Metal und Blasmusik seien überraschend gewesen. Doch letztlich fand jeder den richtigen Platz, manch Schlagzeuger griff lieber zur Triangel – jetzt klinge es gut. Sie erinnerte daran, dass jeder Mensch genug mitbringe, um etwas aus sich zu machen: „Sie müssen in der Arbeit mit Kindern helfen, ihre Ressourcen anzuzapfen.“

Jenny Vollrath blickte auf den Stoff zurück, den die Schüler in den zwei Jahren durchnahmen: So ging es etwa um Ernährung, Gesundheit und die kreativ-ästhetische Bildung von Kindern, aber auch um Transitionen – also Übergangsphasen in der Entwicklung eines Menschen. Im Bildungsleben gebe es viele davon, wie die Absolventen selbst mal wieder erlebten: Es seien Phasen gesteigerten Lernens – nicht nur von Stoff, sondern vom Umgang mit Veränderungen. Das habe ihre HBSA B2 gut bewältigt.

Mit ihrem Abschluss dürften die Sozialassistenten schon als Ergänzungskraft in Kindergärten arbeiten. Einige orientieren sich derweil neu, viele bleiben für Erzieherausbildungen am Fröbelseminar oder nutzen ihre mit dem Abschluss erlangte Fachhochschulreife, um ein Studium zu beginnen. Was auch immer sie vorhaben, Melanie Brück hatte noch einen Rat: Sie alle könnten sich entfalten und entwickeln – sie müssen es nur zulassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare