Vöhl

Fröhliches Kennenlernen statt Klischees

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- Vöhl-Harbshausen (resa). Weder Weizenbier noch Lederhosen: 90 Jugendliche aus acht Ländern trotzen seit Anfang der Woche lange bedienten Vorurteilen und kommen in Harbshausen ins Gespräch. Ministerin Dorothea Henzler besuchte am Dienstag das Jugendcamp am Edersee.

Sambarhythmen schallen durch das Restaurant im Sportjugendcamp bei Harbshausen. Südländisches Lebensgefühl trifft auf deutsche Zurückhaltung, russische Mentalität auf italienisches Temperament: Mit Vorurteilen aber wollen die Jugendlichen aus Russland, Spanien, Polen, Italien, Tschechien, Portugal, England und Deutschland in diesen Tagen ohnehin aufräumen. Und deswegen sprechen sie miteinander – auf Englisch. Und wo die Sprache zur Hürde wird, da tanzen sie eben gemeinsam Samba, klettern an der großen Kletterwand und machen sich auf Erkundungstour am (leeren) Edersee.

Jedes Jahr lädt die Hessische Sportjugend junge Menschen aus der ganzen Welt nach Harbshausen ein. Und jedes Jahr geht es neben sportlichen Herausforderungen und dem Spaßfaktor auch um Völkerverständigung. „Die Jugendlichen lernen nicht nur viel über andere Kulturen“, betonte Dieter Brinks von der Sportjugend, „sondern sie lernen auch viel über sich selbst und ihre Identität.“ Einen Eindruck von dem Projekt bekam die hessische Kultusministerin Henzler. Gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Heinrich Heidel (FDP), Daniel May (Grünen) und Claudia Ravensburg (CDU) erkundete sie das Campleben.

„Viele Länder haben in diesem Jahr weniger Geld, um ihre Jugendlichen in die Camps zu schicken oder als Gastgeber zu fungieren“, erklärte Dieter Brinks. Umso erfreulicher sei es, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg Fördertöpfe für Jugendbegegnungen eingerichtet habe. Henzler zeigte sich beeindruckt von dem besonderen Projekt der Sportjugend. „Ob die jungen Menschen auch über die finanziellen Probleme in immer mehr europäischen Ländern sprechen?“, fragte die Ministerin. „Manchmal ziehen wir uns damit auf“, sagt Berhani, „aber hier zählen andere Dinge als Geld.“

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Mittwoch, 13. Juli

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