Üppige Dokumentation von 40 Jahren Stadtentwicklung

Früherer Korbacher Bürgermeister: Familie übergibt Chronik von Paul Zimmermann

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Mit der Chronik des früheren Korbacher Bürgermeisters Dr. Paul Zimmermann: (von links) Günter Zimmermann, Bürgermeister Klaus Friedrich und Wolfgang Kluß vom Stadtarchiv.

Korbach. 1967 haben Paul Zimmermanns Mitarbeiter dem damaligen Korbacher Bürgermeister eine Dokumentation geschenkt. Diese hat die Familie jetzt ans Stadtarchiv übergeben.

Ein gutes Stück Korbacher Geschichte in einem schweren Ledereinband: Zum 40-jährigen Dienstjubiläum des damaligen Bürgermeisters Dr. Paul Zimmermann haben ihm 1967 seine Mitarbeiter eine Dokumentation mit vielen Fotos über die Stadtentwicklung in seiner Amtszeit geschenkt. Die üppige Chronik hat die Familie Zimmermann am Donnerstag ans Stadtarchiv übergeben.

„Wir möchten die Chronik der Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagte Günter Zimmermann, Sohn des früheren Stadtoberhaupts. Weitere Dokumente aus dem Nachlass seines Vaters sollen folgen. Zimmermann: „Es bleibt nicht dabei.“ Archivleiter Wolfgang Kluß sagte: „Die Chronik enthält viele Informationen und Bilder, die uns bislang noch nicht zur Verfügung standen.“

Dr. Paul Zimmermann (1900 bis 1976) war von 1927 bis 1967 Bürgermeister in Korbach, abzüglich einer Unterbrechung von drei Jahren aufgrund der Wirren nach Ende des Zweiten Weltkrieges. „Er hat als Konstante gewirkt. Das hat der Stadt gutgetan“, sagte Bürgermeister Klaus Friedrich.

Zimmermann studierte in Köln und promovierte als Doktor der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Danach kam er ins Waldecker Land. 1923 wurde er mit 23 Jahren in Mengeringhausen jüngster Bürgermeister Deutschlands. Bereits vier Jahre später wurde Zimmermann Bürgermeister in Korbach. So hatte der noch junge Verwaltungschef in diesen politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeiten von 1927 bis 1945 sowie wieder von 1948 bis 1967 Verantwortung zu tragen.

In seine 40-jährige Amtszeit fielen unter anderem der Staatsvertrag über die Vereinigung des Freistaates Waldeck mit Preußen, die Weltwirtschaftskrise, der Nationalsozialismus, die Judenverfolgung, der Weltkrieg, das Nachkriegs-Chaos, die Flüchtlingswelle und der Wiederaufbau.

1948 wurde Dr. Paul Zimmermann erneut als Bürgermeister der Stadt Korbach gewählt. Als eine der bleibenden Leistungen seines Vorgängers nannte Friedrich die von Zimmermann in Korbach eingeführte Bodenbevorratungspolitik: „Sie wirkt bis heute.“

Auch im Stadtbild ist der langjährige Bürgermeister noch präsent: 1968 wurde der nach Paul Zimmermann benannte Sportplatz eingeweiht. Die Paul-Zimmermann-Schule in Korbach trägt ebenfalls seinen Namen.

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