Klaus Brinkbäumer und Co-Autorin Samiha Shafy waren zu Gast in Korbach

Früherer Spiegel-Chefredakteur spricht über Begegnungen mit 100-Jährigen

+
Die beiden Autoren Klaus Brinkbäumer und Samiha Shafy signierten im Anschluss an die Lesung gerne noch mehrere Exemplare.

Sie haben die Welt bereist, um mit 100-Jährigen zu sprechen. Nun haben der frühere Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer und Spiegel-Redakteurin Samiha Shafy ein Buch herausgebracht.

Korbach - Am Montagabend stellten sie es in der Kreisstadt vor. Eingeladen hatte der Rotary-Club Korbach-Bad Arolsen, dessen Jahrespräsident Frank Mause die Autoren zuvor begrüßt hatte. 

Brinkbäumer und Shafy waren für ihre Recherche unter anderem nach Sardinien, Japan und in die USA gereist, um herauszufinden, warum dort sehr viel mehr Menschen sehr viel älter werden als anderswo.

Schon aus den ersten Worten, mit denen Klaus Brinkbäumer und Samiha Shafy die Lesung eröffneten, war eines deutlich herauszuhören: Die beiden Autoren haben während ihrer Recherche nicht nur viele Geschichten für ihr Buch erfahren.

Ihre Besuche bei den 100-Jährigen, die sie in den zurückliegenden Jahren an vielen Orten auf der Welt unternommen haben, ließen sie oft auch demütig werden. 

Lasen in Korbach aus ihrem Buch vor: Der frühere Spiegel-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer (links) und Spiegel-Redakteurin Samiha Shafy. Foto: Philipp Daum

Brinkbäumer und Shafy sprachen bei der Veranstaltung des Rotary-Clubs Korbach-Bad Arolsen von Begegnungen, die bereichernd und oft völlig unterschiedlich waren, sich aber auch in einem Punk ähnelten. „Eine Altersmilde war bei unseren Gesprächspartnern eigentlich fast immer zu erkennen. Was nicht bedeutet, dass sie auch als 60- oder 70-Jährige nette Menschen waren“, sagte der frühere Spiegel-Chefredakteur, der zudem betonte, dass ihn eine Recherche selten so bereichert hätte, wie die zu dem Buch über die Weisheiten der 100-Jährigen. 

In aller Vollständigkeit lautet der Titel des Werks: „Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben: Die Weisheit der Hundertjährigen. Eine Weltreise“.

Die zahlreichen Besucher hörten in der Lesung die Geschichte von Hilde Hefti aus Lindau am Bodensee, die davon berichtet, wie sie dem Konzentrationslager Bergen-Belsen entkam. Außerdem führt die Reise nach Okinawa in Japan zu Makoto Suzuki. Selbst schon 85 Jahre alt, erforscht er das Geheimnis von Okinawa – auf der Insel leben mehr Menschen, die 100 Jahre oder älter sind als anderswo auf der Welt.

Makoto Suzuki nennt die Lektionen, die er gelernt hat, um alt zu werden. Er spricht zum Beispiel von einer richtigen Ernährung in Form einer Diät-Kultur und wie wichtig es sei, sich zu bewegen. Familie und Freunde bildeten eine entscheidende Grundlage und seien einer der Schlüssel, um 100 Jahre oder älter zu werden – ein Aspekt, den auch Klaus Brinkbäumer am Rande der Lesung erwähnte. „Einsamkeit tötet“, sagte er. Das Leben aller Menschen, mit denen sie sich getroffen hätten, sei von engen Bindungen zur Familie oder zu Freunden geprägt.

„Wie kommt man an solch alte Menschen“, will ein Zuhörer aus dem Publikum wissen. „In Deutschland ist das leicht. Dort stehen die Geburtstage älterer Menschen – auch die der über 100-Jährigen – regelmäßig in der Zeitung“, sagt Brinkbäumer. In anderen Ländern hätten seine Co-Autorin und er aber die Hilfe von Berufskollegen in Anspruch nehmen müssen. „In Thailand hat uns ein damaliger Kollege von mir geholfen, der dort mit seiner Familie lebt. Durch ihn haben wir eine 100-jährige Frau, die ihr ganzes Leben im Dschungel lebt, treffen können.“

Info: Das Buch „Das kluge, lustige, gesunde, ungebremste, glückliche, sehr lange Leben: Die Weisheit der Hundertjährigen. Eine Weltreise“ (gebundene Ausgabe) ist ab sofort für 22 Euro online und im Buchhandel erhältlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare