Ärzte beantworten am Mittwoch am WLZ-Lesertelefon Fragen rund um den Darmkrebs

Frühzeitig den Krebs besiegen

+
Darmspiegelungen können den Krebs verhindern: Ob bei heimischen Ärzten oder wie hier bei Dr. Arved-Winfried Schneider sind entsprechende Untersuchungen möglich.

Korbach - Früh erkannt heißt früh gebannt: Darmspiegelungen können den Krebs vermeiden. Darüber informieren während des Darmkrebsmonats Ärzte, Stiftungen und Verbände noch vehementer als im Alltag. Die WLZ beteiligt sich am Mittwoch mit einem Servicetelefon an der Aktion.

Die ersten Anzeichen kommen spät: Müdigkeit und Gewichtsverlust, Fieber und Blut im Stuhl. Weil der Darmkrebs im Frühstadium aber fast keine Beschwerden mit sich bringt, wird er häufig erst spät entdeckt. „Je früher der Krebs aber erkannt wird, desto größer ist die Chance auf Heilung“, erklärt Dr. Kai Tammoscheit, Facharzt für Innere Medizin im Korbacher Krankenhaus. Und deswegen legen Ärzte und Stiftungen im Darmkrebsmonat März den Fokus auf frühzeitige Vorsorgeuntersuchungen. Auch das Korbacher Krankenhaus und die WLZ machen mit - am Mittwoch bieten sie gemeinsam ein Lesertelefon für Fragen rund um Darmbeschwerden an - das Servicetelefon mit Dr. Arved-Winfried Schneider und Dr. Kai Tammoscheit ist von 15 bis 16 Uhr geschaltet.

„Den Medizinern des Krankenhauses ist es ein Anliegen, die Häufigkeit der Darmkrebserkrankungen zu reduzieren, denn dieser Krebs ist in Deutschland nach Lungenkrebs derjenige mit den meisten Todesfällen“, erklärt Chefarzt Dr. Arved-Winfried Schneider, „jährlich erkranken 65000 Menschen an Darmkrebs und 26300 sterben daran“.

Vor allem Darmspiegelungen sollen helfen, diese Zahlen zu reduzieren. Diese Untersuchungen übernehmen heimische Fachärzte ambulant. „Eine Darmspiegelung erfordert eine Reinigung des Darms“, erklärt Dr. Schneider. Abführlösungen unterstützen diesen Prozess. „Die Untersuchung selbst erfolgt in einem durch Medikamente hervorgerufenen Tiefschlaf, so dass der Patient keine Unannehmlichkeit verspürt“, sagt der Chefarzt.

Krebsentstehung verhindern

Da zur Entfaltung des Darms heute CO2 verwendet werde, das durch die Blutgefäße der Darmwand abtransportiert werden könne, entfallen die früher häufigen Blähungsbeschwerden. „Bei der Spiegelung wird nicht nur eine Inspektion des Darms vorgenommen“, sagt Dr. Schneider, „sondern es werden auch, so weit vorhanden, die Vorstufen des Krebses, die adenomatösen Polypen, abgetragen.“ Damit könne die Krebsentstehung effektiv verhindert werden.

Die Krankenkassen unterstützen die Vorsorgeuntersuchungen. „Das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, steigt mit dem 55. bis 60. Lebensjahr steil an“, erklärt Dr. Kai Tammoscheit, „aus diesem Grund ist im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchungen ab dem 50. Lebensjahr eine jährliche Stuhluntersuchung auf verborgenes Blut und ab dem 55. Lebensjahr eine Koloskopie vorgesehen.“ Bei familiärer Belastung verschieben sich die Zeiten deutlich nach vorne. Eine eigene Statistik über das Alter der Patienten, die mit Darmkrebs ins Krankenhaus kommen, gibt es nicht. „Aber die meisten Patienten sind über 70 Jahre alt“, sagt Dr. Tammoscheit.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind dann je nach Krebs und Stadium verschieden. „Um eine Heilung zu erreichen, ist eine vollständige Entfernung des Tumors mit seinem Lymphabfluss erforderlich ist“, erklärt der Korbacher Arzt. In den meisten Fällen müsse operiert werden - entweder offen oder aber auch laparoskopisch, also ohne großen Bauchschnitt. Je nach Tumorstadium entscheide sich, ob eine weitere Therapie nötig sei. Chemotherapien nach der Operation oder eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie bereits vor der Operation wie bei Enddarmkrebs seien möglich.

Haben sich inzwischen Fernmetastasen gegründet, komme auch die neue Therapieform der zielgerichteten Antikörpern zum Einsatz. „In einigen Fällen kann selbst bei diesen Patienten eine Heilung noch erreicht werden“, erklärt Dr. Tammoscheit. (resa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare