Eine Spurensuche

Fünf Jahre Hansestadt: Was hat es Korbach gebracht?

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Idyllisch: Die alte Hansestadt Korbach zieht jährlich Hunderttausende Tagestouristen an.

Korbach. Korbach ist seit fünf Jahren wieder Hansestadt – was hat es gebracht außer neue gelbe Ortsschilder? Eine Spurensuche.

Nach Korbach kommen viele Besucher wegen der idyllischen Altstadt, den beiden mittelalterlichen Kirchen, der Fossilienfundstätte in der Korbacher Spalte und dem Goldbergwerk in Goldhausen – und seit 2013 auch wegen Hessens einziger Hansestadt: Seit fünf Jahren darf sich Korbach wieder offiziell in Städte wie Hamburg, Lübeck, Bremen oder Rostock einreihen. Im Juni 2013 überreichte der damalige hessische Innenminister Boris Rhein die entsprechende Urkunde.

„Die Korbacher sind stolz auf ihre Hanse-Geschichte, sie identifizieren sich damit. Und wir haben dadurch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal erhalten“, sagt Dr. Marc Müllenhoff, Tourismusförderer der Stadt. Doch ist der Titel „Hansestadt“ messbar? Was bringt es den Korbachern?

Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Korbach. Knapp 59 000 Übernachtungen führt die Statistik für 2015 auf. Die Gäste sorgten für einem Bruttoumsatz von 6,5 Millionen Euro. Wichtigster Zweig sind aber die 588 850 Tagesgäste, die der heimischen Wirtschaft einen Bruttoumsatz von 15,9 Millionen Euro bescherten. Die Zahlen sind im Vergleich zu 2012 um knapp vier Prozent gestiegen – und dürften tatsächlich noch höher sein, da die offizielle Statistik nur einen Teil erfasst. „Was davon aber dem Titel Hansestadt zuzurechnen ist, lässt sich natürlich nicht beziffern“, räumt Müllenhoff ein.

Im Tourismus-Marketing habe der Titel aber neue Kanäle geöffnet, sagt der Tourismus-Experte. So bringe sich Korbach verstärkt im Westfälischen Hansebund ein. Seit 1983 versuchen ehemalige Hansestädte darin, den hansischen Gedanken in die Gegenwart zu übertragen. Aktuell zählt der Bund 49 Mitglieder, die sich untereinander vernetzen.

„Wir können den Titel Hansestadt auch mit Inhalten füllen“, sagt Müllenhoff. In der Altstadt sind die Zeugnisse der Hanse-Geschichte noch zu sehen: Die Kirchen, Steinhäuser und Reste der Stadtbefestigung. Die Stadtführung „Korbach und die Hanse“ werde zunehmend nachgefragt. „Eine Hansestadt in Hessen – das wirft Fragen auf und weckt Interesse bei den Gästen.“

Schließlich sei die Idee der mittelalterlichen Kaufmannsvereinigung in Korbach ganz aktuell: Hanse bedeute Weltoffenheit, Gastfreundschaft und Unternehmergeist, sagt Müllenhoff: Das stehe auch heute noch für die Wirtschaft in Korbach: „Handel und Gewerbe und der Gedanke der internationalen Vernetzung haben große Bedeutung in Korbach.“

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