Verkehrswacht informiert in den Beruflichen Schulen in Korbach

Kühler Kopf statt heißer Fahrstil: Das sollten junge Fahrer beachten

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Hals über Kopf: Im Überschlagsimulator erleben die jungen Erwachsenen, wie ein Überschlag im Auto sich anfühlt und wie sie sich dan n aus dem Fahrzeug befreien können, wenn es auf dem Kopf liegen bleibt.

Korbach – Erleben lassen statt belehren: Mit der Aktion „Junge Fahrer“ setzt sich die Kreisverkehrswacht seit fast 20 Jahren für mehr Sicherheit im Straßenverkehr ein. So auch in dieser Woche an den Beruflichen Schulen in Korbach. 

Von bundesweit mehr als 20 000 Verkehrstoten im Jahr 1970 zu 3265 im Jahr 2018: Vielleicht hat auch die Verkehrswacht Waldeck-Frankenberg mit der Aktion „Junge Fahrer“ ein bisschen dazu beigetragen: Ganz praktisch am eigenen Leib sollen die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfahren, welche Auswirkungen Alkohol am Steuer, nicht angeschnallte Gurte und Bleifuß auf dem Gaspedal haben.

Im Überschlagsimulator erleben die jungen Leute, wie sich ein Überschlag im Auto anfühlt und wie sie sich dann aus dem Fahrzeug befreien können, wenn es auf dem Kopf liegen bleibt. „Es ist schwer, die Füße an das Dach zu drücken“, sagt Moritz Schaub, nachdem er sich kopfüber aus dem blauen Polo der Verkehrswacht befreit hat.

„Das geht in die Arme und das Blut schießt in den Kopf“, ergänzt Kevin Selch. „Es ist erschreckend, welche Kräfte da auf einen wirken“, schildert Jana Mehlhorn ihre Eindrücke.

„Wir haben insgesamt sechs Stationen“, erklärt Claudia Schubert von der Kreisverkehrswacht. Der Gurtschlitten etwa macht die Wucht eines Aufpralls deutlich.

Die Folgen von Alkoholkonsum werden im Fahrsimulator des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr spürbar: „Nach eineinhalb Minuten normaler Fahrt werden Bremse und Lenkung verzögert und das Sichtfeld eingeschränkt“, erklärt Herbert Klein. Das entspreche der Reaktionsfähigkeit und Wahrnehmung mit 0,8 Promille im Blut.

Ein Seh- und Reaktionstest sowie Informationen zu den rechtlichen Folgen von Alkohol und Drogen am Steuer ergänzen das Paket, das Organisator Ferdinand Hagenbach seit 19 Jahren in die Waldeck-Frankenberger Schulen mitbringt – mit der Botschaft: „Lieber ein kühler Kopf statt einem heißen Fahrstil“. Zwar sind es vor allem technische Verbesserungen und neue Vorschriften wie Airbag und Gurtpflicht, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten für mehr Sicherheit im Straßenverkehr gesorgt haben. Trotzdem: Das größte Problem sitzt immer noch hinter dem Steuer, wissen die Verkehrswacht-Leute.

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