Diemelsee als einzige Kommune des Kreises ins Dorfentwicklungsprogramm gekommen

„Für uns ist es ein Segen, aufgenommen worden zu sein“

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Hessens Umweltministerin Priska Hinz übergab am Dienstag den Anerkennungsbescheid an Bürgermeister Volker Becker.Foto: pr

Diemelsee - Seit Dienstag ist es offiziell: Die Großgemeinde ist im Dorfentwicklungsprogramm des Landes. Umweltministerin Priska Hinz übergab den Anerkennungsbescheid an Bürgermeister Volker Becker. Insgesamt wurden 14 Kommunen aufgenommen, Diemelsee ist die einzige aus dem Kreis.

Die Städte und Gemeinden erhielten in den nächsten zehn Jahren im Rahmen der hessischen Dorfentwicklung eine „finanzielle und ideelle Unterstützung bei der Anpassung an die demographischen und strukturellen Herausforderungen“, erklärte die Ministerin. Mit der Aufnahme der 14 neuen Kommunen gebe es hessen­weit 203 Förderschwerpunkte mit insgesamt 692 Orts- und Stadtteilen.

In diesem Jahr sind zwei Pilotprojekte dabei, in denen es um die „inter­kommunale Zusammenarbeit“ und um das Verhältnis des Oberzentrums Marburg zu den umliegenden 15 dörflichen Stadtteilen geht.

Ziel des Landesprogrammes ist es nach Angaben des Ministeriums, den Bevölkerungswandel zu gestalten. Die Dorfkerne sollen als Entwicklungsschwerpunkte in ihrer zentralen Funktionen gestärkt werden und eine zukunftsfähige Wohn- und Lebensqualität erhalten. Deshalb haben sich die neu anerkannten Kommunen dazu verpflichtet, die „nachhaltige Entwicklung“ der Kerne zu gewährleisten. Das bedeutet, dass während des Förderzeitraums keine Neubaugebiete geplant oder ausgewiesen werden, die mit den „Zielen der vorrangigen Innenentwicklung konkurrieren“.

Die neuen Förderrichtlinien wurden den Rahmenvorgaben der Europäischen Union und des Bundes angepasst, um die EU- und Bundesförderung auszuschöpfen. Gefördert werden: Dorfentwicklungsplanungen und Dienstleistungen, die Sicherung der lokalen Basisinfrastruktur und die öffentliche Daseinsvorsorge, Umnutzung, Sanierung und Neubau im Dorfkern, Freiflächen und Dorfbild, ein „städtebaulich verträglicher Rückbau“.

Mitarbeit aller ist gefragt

„Für uns ist es ein Segen, aufgenommen worden zu sein“, erklärte Becker gegenüber der WLZ. Das Programm biete Chancen für Privatleute und die Kommune: Anders als bisher seinen alle 13 Ortsteile in der Förderung. Voraussichtlich 1,5 Millionen Euro stehen der Gemeinde für öffentliche Vorhaben zu Verfügung. Welche Projekte für Diemelsee in Frage kommen, sollen die Einwohner in Arbeitsgruppen und die Kommunalpolitiker festlegen. Becker schlägt zum Beispiel vor vor, das Umfeld der Adorfer Dansenberghalle zu verbessern, denn sie spiele eine zentrale Rolle für Vereine, Sportler und die Mittelpunktschule. Außerdem soll wie berichtet noch ein Gerätelager angebaut werden. Als nächstes macht sich die Gemeinde an die Ausschreibung des Auftrags für ein Planungsbüro, das am Entwicklungskonzept mitarbeitet und die Programmumsetzung begleitet.

Becker schätzt, dass die Foren Anfang nächsten Jahres ihre Arbeit aufnehmen. Darin sollten möglichst viele Diemelseer mitwirken, um ihre Gemeinde zukunftssicher zu machen.

Auch die Diemelseer Parlamentschefin und Kreisbeigeordnete Hannelore Behle war mit nach Wiesbaden gefahren.

Insgesamt stellt das Land in diesem Jahr rund 21 Millionen Euro an Fördergeldern für die Dorfentwicklung zur Verfügung. „Um einen zielgerichteten Mitteleinsatz mit hohem Wirkungsgrad zu gewährleisten, setzen wir die Fördermittel in Hessen in einer begrenzten Anzahl von Förderschwerpunkten über einen zehnjährigen Zeitraum ein“, sagte Hinz. „Daher möchte ich alle Bürgermeister der Förderschwerpunkte ermutigen, diesen Zeitraum möglichst vollständig auszuschöpfen und deshalb mit der Aus­schreibung und Vergabe der Planungsleistungen schnellstmöglich zu beginnen.“ (r/-sg-)

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