Musikverein Rhena inszeniert Konzert als spektakuläre Motto-Show

Fußball für die Ohren beim Frühjahrskonzert 

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Aufstehen für die Eintracht: Zur leichten Kavallerie hielt es die Musikanten aus Rhena nicht auf den Stühlen. 

Korbach-Rhena. „Wir spielen Fußball“: Unter diesem Motto erfreute der Musikverein Rhena die Zuhörer in der sehr gut besuchten Goddelsberghalle mit zwei abwechslungsreichen Halbzeiten und einer ausgiebigen Nachspielzeit, an deren Ende Deutschland auch in Russland Weltmeister wurde. Zumindest musikalisch.

Denn die Nationalhymne erklang als letzte Zugabe des sportlichen Frühjahrskonzerts mit viel Show und Humor.

Moderator Steffen Öhl hatte unmittelbar zuvor vom Kommentatoren-Turm die Entscheidung im WM-Finale von 2018 vorweg genommen.

Die musikalische Bandbreite des Konzerts reichte von Stadionklängen über Event-Hits bis zu für den Lieblingsverein fit gemachten Klassikern wie Franz von Suppés „Leichter Kavallerie“, die in unterschiedlichen Phasen des Konzerts Torerfolge der Eintracht in mitreißende Jubelklänge verwandelte.

Spannung durch Instrumente

Dank feiner Arrangements mit faszinierenden harmonischen Wendungen beim Doppelpass zwischen den Instrumentengruppen gerieten auch die ruhigeren Stücke zur spannenden Angelegenheit wie bei der Eröffnungshymne „Football is coming home“.

Als zweiter ruhiger Höhepunkt der ersten Halbzeit erwies sich Dimitrij Shostakowitschs „Sekundenwalzer“, in dessen fein abgestimmter Steigerungskurve Kim Selina Rauch und Ralf Becker mit Solos auf Saxophon und Posaune eindrucksvolle Akzente setzten. Ein Fußball-Ballett mit Kickern des SSV Rhena verlieh dem EM-Song „Elf Freunde“ zusätzliche Würze, ehe es mit „Ein Hoch auf uns“ und schönen Erinnerungen an den Gewinn der Weltmeisterschaft in die Kabinen ging.

Mit Heavy-Metal und dem Vereinsvorsitzenden Ingo „Ozzy“ Oschmann an der Leadgitarre kehrten die Musiker zur FC-Sankt-Pauli-Stadionmusik Hells Bells aufs Podium zurück. Kurz nach dem Anpfiff bekam Jürgen Klingelhöfer wegen rücksichtslosen Abgrätschens der Schalker Vereinshymne „Glück auf, der Steiger kommt“ die gelbe Karte. Und war noch gut damit bedient, so Stadionsprecher Steffen Öhl. Mit dem Schiedsrichter-Marsch mit den drei prominenten Posaunen von Ralf Becker, Ottmar Anders und René Wege leisteten die Mitspieler vom Musikverein Rhena wirkungsvoll Abbitte für den Dirigenten.

Beim „Waka, Waka“, der WM-Hymne von 2010, brannte das Orchester ein regelrechtes Ensemblefeuerwerk voll rhythmischer Finessen ab. „Tage wie dieser“ illustrierte dagegen in einem beeindruckenden Crescendo den Weg zum Stadion und wie der Einzelne mit einer immer größeren Menge verschmilzt. Die Botschaft von „You’ll never walk alone“ brachte das Arrangement anschaulich mit dem Part der Flöten zu Gehör, die beim ersten Durchgang des mit dem FC Liverpool und seinen Fans verbundenen Musical-Klassikers stumm blieben und im weiteren Verlauf in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Sie leisteten ihren hörenswerten Beitrag zum ganz großen Klangbild.

Von Armin Hennig

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