Andenken aus Korbach: Vom USB-Stick bis zum Zahnstocherbecher

Gäste mögen den Goldtrunk am liebsten

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Aus dem Andenken-Shop der Stadt Korbach: Jutta Dietrich vom Bürgerbüro zeigt einen Fingerhut aus Keramik mit Korbach-Motiven.

Korbach - Souvenirs, Souvenirs: Aus etwa 20 Mitbringseln können Touristen im Bürgerbüro der Stadt auswählen - vom hochprozentigen Goldtrunk bis zum eher skurrilen Fingerhut mit Korbach-Motiven. Ein kleiner Blick in die Andenken-Kultur der Hansestadt.

Wer sich an einen Aufenthalt in Korbach erinnern möchte, macht das offenbar am liebsten mit einem Gläschen Korbacher Goldtrunk. Rund 245 Flaschen mit dem 30-prozentigen Kräuterlikör verkauft das Bürgerbüro im Rathaus pro Jahr. Damit führt das flitternde, mit Blattgold versetzte Stöffchen die Liste der zehn beliebtesten Souvenirs aus Korbach mit weitem Abstand an.

„Der Goldtrunk ist als Geschenk beliebt“, sagt Jutta Dietrich vom Bürgerbüro. Nicht nur Touristen greifen hier zu, die in Cellophan gewickelte Flasche fehlt bei echten Korbachern in kaum einem Präsentkorb zu runden Geburtstagen, goldenen Hochzeiten oder anderen Jubiläen.

Über 700 Souvenirs verkauft

Menschen haben schon immer, zu allen Zeiten und an allen Orten Souvenirs gesammelt. Die Pilger der frühen christlichen Zeit nahmen ungewöhnliche Steine am Wegesrand mit, um sich zu erinnern. Heute helfen Touristen mit Schneekugeln, Schlüsselanhängern und Zinn-Figuren ihrer Erinnerung auf die Sprünge.

Etwa 20 Mitbringsel, dazu noch 25 Bücher und Broschüren füllen zwei Glasvitrinen im Foyer des Korbacher Rathauses. Die große Zeit der Souvenirs in den Wirtschaftswunderjahren - als die Deutschen begannen, die Welt zu entdecken - ist zwar lange vorbei. Doch auch heute noch läuft das Geschäft mit den Andenken noch recht erklecklich: Mehr als 700 Artikel verkauft das Bürgerbüro im Jahr.

Tasche und USB-Stick

Manche davon sind echte Klassiker: Auch in Zeiten von Internet und Smartphone ist der Gruß an Familie und Freunde in der Heimat per Post noch en vogue. 130 Ansichtskarten mit verschiedenen Motiven sind in der letzten Saison über die Theke gegangen.

80 Leute wollten die praktische Einkaufstasche aus Stoff mit „Korbach goldrichtig“-Aufdruck - vielleicht um ein Fläschchen Goldtrunk darin zu transportieren. Erinnern und abspeichern: 50-mal hat das Bürgerbüro den „goldrichtigen“ USB-Stick verkauft.

Es geht aber auch in umgekehrter Richtung. Wer nicht sich an Korbach erinnern, sondern selbst einen bleibenden Eindruck in der Stadt hinterlassen möchte, kann das seit 2005 mit einem Goldtaler tun. Mit Widmung wird er in die Goldspur eingelassen. 40-mal griffen Korbacher und Gäste zum Geschenk mit der persönlichen Note.

Korbachs Urzeitdackel fasziniert auch als kleine Plastikfigur: Vom possierlichen Procynosuchus im Miniformat verkaufte das Bürgerbüro 28 Exemplare. „Das ist vor allem ein Mitbringsel für Kinder“, sagt Jutta Dietrich. Die Lebendrekonstruktion eines Fossilienfundes aus der Korbacher Spalte profitiert von der Dinosaurier-Begeisterung vieler Mädchen und Jungen. Dabei ist der Procy ein säugetierähnliches Reptil.

Relativ gut verkaufen sich auch Taschenmesser (25-mal), T-Shirts (20), Kühlschrank-Magnet (20) und Tassen (15). Sogar ein eher unter Skurrilitäten einzuordnender Porzellan-Fingerhut mit Kilians- und Nikolaikirche sowie Rathaus als Motiv findet ein Dutzend Abnehmer. Flaschenöffner (8), Kartenspiel (8) und Schlüsselanhänger (5) folgen auf der Hitliste.

Ladenhüter aussortiert

Aus manch einstigen Verkaufsschlagern sind inzwischen Ladenhüter geworden: „Einen Motivteller haben wir aus dem Sortiment genommen“, sagt Jutta Dietrich. Das gute Stück im gleichen Design wie Fingerhut und Küchenmagnet mochte sich kein Korbach-Besucher mehr im trauten Heim an die Wand hängen. Vielleicht droht ihm bald ein ähnliches Schicksal: Der dekorative Zahnstocherbehälter aus Keramik in Form eines Stiefels taucht in der aktuellen Verkaufsstatistik nicht mehr auf. Dabei ist er beim Verzehr einer gut abgehangenen Waldecker Stracken durchaus nützlich. Als Mitbringsel ist diese - jedenfalls im Bürgerbüro - allerdings nicht zu haben. (lb)

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