Diemelseer Gemeindevertreter beraten heute über eine Erhöhung der Ansätze für die Friedhöfe

Gebühren für Grabstätten sollen steigen

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Die Friedhofsgebühren in Diemelsee sollen um 20 Prozent steigen, die Gemeindevertreter beraten über das Thema.

Diemelsee-Adorf - Die Gebührenhaushalte müssen laut Gesetz grundsätzlich so gestaltet werden, dass sie die Kosten decken. Doch die Diemelseer teilen ein Problem mit anderen Kommunen:

Ihr Bestattungswesen weist einen chronischen Fehlbetrag auf. Bei ihrer Sitzung heute um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus haben die Gemeindevertreter das Thema deshalb auf ihrer Tagesordnung:

Der Gemeindevorstand schlägt vor, die Friedhofsgebühren rückwirkend zum 1. Januar um 20 Prozent steigen zu lassen.

Derzeit seien nur etwa 30 Prozent der Kosten gedeckt, berichtet Bürgermeister Volker Becker. 2012 habe die Gemeinde etwa 92 0000 Euro beigesteuert, um das Defizit auszugleichen. Zu viel, befanden die Rechnungsprüfer des Kreises im November 2012 bei einer unvermuteten Kassenprüfung in der Gemeindeverwaltung, für sie sei „eine Anpassung dringend geboten“, erklärt Becker. Denn auch die Kommunalaufsicht hat ihre Vorgaben: Das Land drängt auf ausgeglichene Haushalte, um die „Schuldenbremse“ der Verfassung einhalten zu können.

Problem: Die Höhe der Einnahmen werde von unvorhersehbaren Faktoren bestimmt, erklärt der Bürgermeister - wer kann schon vorhersagen, wie viele Menschen im Laufe des Jahres sterben? Außerdem entwickle sich die Wahl der Bestattungsformen unterschiedlich: Die einen wollen die traditionellen Gräber, andere die Urnenbeisetzung. Demzufolge sei es fast unmöglich, die voraussichtlichen Gebühreneinnahmen und die Höhe der Ausgaben genau vorherzusagen, erklärt Becker. Doch der zu niedrige Kostendeckungsgrad von nur rund 30 Prozent gebiete „zwingend“ eine Gebührenerhöhung. Über die allgemeine Kostensteigerung hinaus müsse der Deckungsgrad verbessert werden - die volle Kostendeckung strebe die Gemeinde aber nicht an.

Beispiele für die neuen Gebühren: Für die Nutzung der Friedhofskapellen werden 94 statt bisher 78 Euro fällig, fürs Läuten 18 statt 15 Euro. Der Preis fürs Ausheben und Schließen eines Reihengrabes steigt von 576 auf 691 Euro, für ein Urnenreihengrab von 223 statt 186 Euro. Für die Belegungsdauer berechnet die Gemeinde bei einem Reihengrab 310 Euro, für die Urne 178 Euro. Für die Einfriedung mit Platten sind bei einem Einzelgrab künftig 916 Euro fällig, für ein Doppelgrab 1088 Euro, hinzu kommen 173 Euro.

Die vorgeschlagene Erhöhung bringe der Gemeinde schätzungsweise 16 000 Euro mehr ein, sagt Becker. Über die Erhöhung entscheidet das Parlament heute. Zuletzt war die Gebühr zum Januar 2011 gestiegen. (r)

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