Korbach

Geburtenkontrolle für Katzen?

- Korbach (tk). Stubentiger sollen künftig nur noch ins Freie, wenn sie kastriert und gekennzeichnet sind. Ein entsprechender Prüfantrag der CDU-Fraktion wurde im Haupt- und Finanzausschuss kontrovers diskutiert.

Katzenhalter, die ihre Haustiere ins Freie lassen, „haben diese zuvor von einem Tierarzt kastrieren und im Wege einer Tätowierung oder durch das Implantieren eines Mikrochips kennzeichnen zu lassen“. Diese Vorschrift soll in die städtische Gefahrenabwehrsatzung aufgenommen werden, schlägt die CDU-Fraktion vor.

Eine solche Vorschrift würde „das Anwachsen der verwilderten Hauskatzenpopulation wirksam verhindern“, begründete Beate Mehrhoff den Antrag bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch. Damit würde zudem das Korbacher Tierheim entlastet, dessen Katzenabteilung als chronisch überfüllt gilt. Die CDU-Stadtverordnete verwies auf entsprechende Erfahrungswerte aus der Stadt Paderborn, in der eine Katzen-Kastrationspflicht seit 2008 gelte.

Ausdrücklich unterstützt wird der Vorstoß von den Grünen. Der Antrag decke sich mit dem Standpunkt der Naturschutzverbände, sagte Dr. Peter Koswig. Denn je mehr verwilderte Katzen es gebe, desto größer sei die Gefahr für Vögel, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger. Skeptisch beurteilte Ausschussmitglied Helmut Schmidt (SPD) den Vorschlag. Das Hessische Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung (HSOG) ließe ausdrücklich nur Gefahrenabwehrverordnungen zu, die „Gebote und Verbote zur Vorsorge gegen die von Hunden ausgehenden Gefahren für Menschen und Tiere enthalten und insbesondere die Vermehrung von Hunden untersagen“. Von Katzen sei da nicht die Rede.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 23. September.

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