Korbach

Geburtstag der Kirchen

- Korbach (resa). Pfingsten ist der Geburtstag der Kirchen: Vor rund 2000 Jahren entstanden die ersten Gemeinden in Jerusalem. Wann sind aber die Waldecker Gemeinden entstanden? Heimische Historiker machen sich auf Spurensuche.

Mit großem Tamtam entstanden vor rund 2000 Jahren die ersten Gemeinden in Jerusalem – daran erinnern sich Christen an Pfingsten. Von Jesus, dem Kirchenwesen und Taufe hatten die Menschen im heutigen Waldecker Land da noch nichts gehört. „Wo liegen die Geburtsstunden heimischer Gemeinden?“, haben WLZ-FZ die Historiker Karl Baus und Jürgen Römer gefragt – und ganz unterschiedliche Antworten erhalten.

„Die Franken haben das Christentum auf ihren Eroberungszügen im 9. Jahrhundert mitgebracht“, sagt Jürgen Römer, „die neuen Herrscher gaben die neue Religion vor.“ Die Besiedlung und Christianisierung habe sich vom Edertal aus ausgebreitet. Statt der römischen Götter der Sachsen, glauben die Menschen den Worten der Mönchen, die aus Irland und Schottland kommen. Wo sie siedeln, bauen sie Kirchen, stellen Geistliche ein. „Viele romanische Kirchen aus dem 12. Jahrhundert stehen bei uns im Landkreis noch“, sagt Römer.

In der Doppelstadt Korbach wurden im 14. Jahrhundert schließlich Kilian und Nikolai gebaut. 200 Jahre nach den Franken ist von Spuren vorchristlicher Religionen im Waldecker Land nichts mehr sichtbar; das Christentum hat sich schnell und bleiben ausgebreitet. „Da liegt die Prägung unserer Gemeinden“, sagt der Dalwigksthaler, „die Reformation war nur ein Repowering, eine Auffrischung“. Und doch: Im 16. Jahrhundert entsteht wieder mit viel Tamtam etwas Neues. „Und die Reformation ist auch die Geburtsstunde der evangelischen Gemeinden in Korbach und der Umgebung“, sagt Historiker und Theologe Karl Baus.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 11. Juni.

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