Adorf

Gedenken unter dem Davidstern

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- Diemelsee-Adorf (nv). Während des Nationalsozialismus verlangen die Rassengesetze von Juden das Tragen eines gelben Davidsterns. Im Zeichen des „Magen David“ erinnern die Diemelseer an die Geschichte der jüdischen Gemeinde Adorf und „die Opfer des Rassenwahns“.

Zu einer Vortragsreihe gegen das Vergessen hatten die Mitglieder der Bezirksgruppe Diemelsee im Waldeckischen Geschichtsverein bereits 2010 eingeladen. Unter dem Titel „Geschichte der Judenfeindschaft von der Antike bis zur Neuzeit“ referierte zum Beispiel Prof. Dr. Gerhard Menk, Experte aus dem Hessischen Staatsarchiv in Marburg. Anfang des vergangenen Jahres ergriffen die Geschichtsfreunde darüber hinaus die Initiative zur Errichtung eines Gedenksteins für die ermordeten Adorf Juden.

Unterstützt von der Gemeinde, allen voran Bürgermeister Volker Becker und Adorfs Ortsvorsteher Hans Hiemer, warben sie bei heimischen Vereinen und Gruppen um Unterstützung. Die erste Zurückhaltung ist einer „nachdenklichen Zustimmung“ gewichen, betont Geschichtsvereinsvorsitzender Karl Baus. Die bronzene Gedenktafel mit dem Davidstern wartet seit dieser Woche in der Gemeindeverwaltung auf die Einweihung des Gedenksteins. Sie trägt die Namen der 15 Adorfer Juden, die in Lagern und Ghettos umkamen. Die Inschrift erinnert zugleich an die ehemalige jüdische Gemeinde in Adorf. Ihrer Geschichte widmet der Verein ein Faltblatt mit zahlreichen Informationen zum Leben der Juden in Adorf.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 26. Februar.

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