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Betrugsversuche bei Vereinen: Gefälschte Überweisungen fielen auf

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Von: Julia Janzen

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Ein ausgefüllter Überweisungsträger und ein Kugelschreiber
Betrugsversuche mit gefälschten Überweisungen: Der TSV Korbach blieb dank aufmerksamer Bank-Mitarbeiter von einem Betrug verschont. © Angelika Warmuth/dpa

Zu mehreren Betrugsversuchen kam es in der vergangenen Woche bei Korbacher Vereinen: Beim TSV Korbach sollten von gleich zwei Bankkonten jeweils knapp 10 000 Euro abgebucht werden, beim Förderverein der Soroptimistinnen rund 1700 Euro. In allen Fällen fielen die Betrugsversuche rechtzeitig auf.

Korbach - Ein Überweisungsträger auf Papier, vermeintlich mit der Unterschrift des TSV-Vorsitzenden Andreas Boltner, inklusive Stempel des Sportvereins: Rund 9800 Euro sollten auf diesem Weg in den Kongo überwiesen werden. Eine Mitarbeiterin der Sparkasse rief Boltner an und fragte nach. „Gut, dass noch nachgefragt wurde“, sagt der Vereinsvorsitzende jetzt. Die Überweisung war gefälscht.

Auch bei der Waldecker Bank war eine entsprechend präparierte Überweisung aufgetaucht. Dort sollten gut 9700 Euro vom Konto abgebucht werden. Bei Überweisungen ins Ausland würden „die Warnleuchten angehen“, sagt Carsten Stumpe, Sprecher der Bank. Natürlich gebe es Firmen und Institutionen, die regelmäßig in andere Länder überweisen, doch der TSV gehört nicht dazu. Im Zweifel würden die Kolleginnen und Kollegen lieber noch einmal nachfragen, sagt Stumpe.

Dies sei nun schon der vierte Betrugsversuch mit falschen Überweisungsträgern beim TSV gewesen, sagt Andreas Boltner. Vor anderthalb Jahren gab es den ersten Versuch. Etwas mehr als 6000 Euro sollten damals nach Lettland überwiesen werden, erzählt er. Damals trug der Überweisungsschein die vermeintliche Unterschrift des zweiten Vorsitzenden Thorsten Spohr. Doch auch das fiel auf, das Geld wurde nicht überwiesen.

Die Banken seien mittlerweile sensibilisiert, sagt Andreas Boltner. Zudem gebe es bei der Sparkasse einen festen Ansprechpartner für den TSV. Der weiß auch, wessen Unterschriften die Überweisungen stets tragen. Auch gebe es eine Sperre für Überweisungen auf Papier, sagt der Vorsitzende. Der Verein sei gut abgesichert gegen Betrugsversuche, sagt er.

Dass „gute Technik und die Erfahrung der Mitarbeitenden“ wichtig seien bei der Betrugsprävention, sagt Thomas Behle, Sprecher der Sparkasse Waldeck-Frankenberg. Die Kundennähe und die zu Vereinen seien „im Kampf gegen die Betrüger hilfreich“.

Entdeckung war „reiner Zufall“

Einen weiteren Betrugsversuch gab es beim Förderverein des Soroptimist-Clubs Korbach. Rund 1700 Euro sollten abgebucht werden für eine Fahrt, allerdings: Es ist gar keine geplant, sagt Schatzmeisterin Corina Spatke. „Es war reiner Zufall, dass ich es entdeckt habe.“ Sie hatte sich online eingeloggt ins Vereinskonto und die anstehende Überweisung – sie war gut eine Woche im Voraus gebucht – gesehen. Der Name eines tatsächlich existierenden Reiseunternehmens aus Bayern wurde genutzt, im Betreff habe gestanden, dass es eine Restzahlung sei – verbunden mit einem Dank des vermeintlichen Reiseanbieters. Sie habe den Auftrag sofort gelöscht.

Laut Manuel Luxenburger, Sprecher der Polizei in Waldeck-Frankenberg, komme es immer mal wieder zu solchen Betrugsversuchen. Vereinen rät er, die IBAN möglichst nicht auf der Internetseite zu veröffentlichen, ebenso wenig Dokumente mit Unterschriften von Vereinsvorständen.

Bei Mitarbeitern in Bankinstituten sollte bei ausländischen IBAN-Nummern „jede Alarmglocke schrillen“. Ist das Geld überwiesen, könne man es möglicherweise noch zurückholen, wenn man schnell genug sei, sagt Polizeisprecher Luxenburger. Ansonsten sei es sehr schwer zu ermitteln, wohin das Geld geflossen sei.

Auch Thomas Behle rät Vereinen dazu, mit den Kontodaten vorsichtig umzugehen. „Diese gehören nicht ins Internet oder in den Aushang der Vereinsheime, wo jeder darauf zugreifen kann“, sagt er. Doch „eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht“, sagt Carsten Stumpe. jj

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