Korbach

Gefängnisstrafe nach kurzer Freiheit

- Korbach (md). Zu vier Jahren Freiheitsstrafe wurde am Donnerstag ein 25-jähriger Mann verurteilt, weil er mit Betäubungsmitteln gehandelt hat. Der 30-jährige Mitangeklagte erhielt anderthalb Jahre auf Bewährung.

Über fünf Stunden zog sich vor dem Schöffengericht in Korbach das Verfahren gegen die zwei Männer hin, die auf der Anklagebank saßen. Die Verhandlung dauerte deshalb so lange, weil die beiden sich gegenseitig belasteten, zum Teil widersprüchliche Aussagen machten und der Richter acht Zeugen anhören und viele Fragen stellen musste, um der Wahrheit nahezukommen.

Dem 25-jährigen Warburger wurde vorgeworfen, sich im Januar 2011 mit einer „nicht geringen Menge Betäubungsmittel“ eingedeckt zu haben, um sie gewinnbringend weiterzuverkaufen. „Nicht gering“ hieß in seinem Fall zwei Kilo Amphetamin – ein Rauschmittel, das aufputschend wirkt – sowie kleinere Mengen anderer Drogen. Nun trug er nur eine kleine Menge Drogen bei sich, als die Kriminalpolizei im Januar mit einer Wohnungsdurchsuchung zuschlug – stattdessen war die große Menge Rauschgift in einem Karton auf dem Dachboden seines 30-jährigen Bekannten gefunden worden, bei dem sich der 25-Jährige öfter aufhielt.

Und so gab der 25-Jährige vor Gericht an, die zwei Kilo würden nicht ihm, sondern dem 30-Jährigen gehören. Dagegen wiederum verwahrte sich der 30 Jahre alte Waldeck-Frankenberger und beteuerte, der 25-Jährige habe den Karton auf dem Dachboden deponiert. „Er hat gefragt, ob er bei mir etwas verstecken könne. Ich wusste, dass etwas drin war, das richtig Ärger machen kann“, gab er vor Gericht an, er habe aber nicht gewusst, welche Mengen darin verstaut waren. Dabei war er selbst Konsument – und das wusste die Polizei, weil sie ihn den Abend vor der Wohnungsdurchsuchung bei einer Kontrolle mit einer kleinen Menge Drogen erwischt und entsprechend untersucht hatte. Das kostete ihn seinen Führerschein und in der Folge auch seinen Job.

Vor allem aber der 25-Jährige ist kein unbeschriebenes Blatt: Er ist einschlägig vorbestraft, war 2008 wegen Dealerei zu dreieinhalb Jahren Knast verurteilt und erst im Dezember 2010 frühzeitig aus der Haft entlassen worden.

Das Urteil: „Ihre Geschichte klingt genauso glaubwürdig wie die von dem anderen Herrn – nämlich ziemlich unglaubwürdig“, sagte der Vorsitzende Richter Rinninsland – und sah sich veranlasst, sich bei der Urteilsfindung rein auf objektive Punkte zu stützen: Drogen, die aus gleicher Charge kamen, und eine Schrift auf den Drogen-Packungen, die dem Warburger zuzuordnen waren. Den 25-jährigen Wiederholungstäter verurteilte das Schöffengericht zu vier Jahren Gefängnis, kam damit der Forderung des Staatsanwaltes nach. Der 30-jährige Mitangeklagte erhielt anderthalb Jahre auf Bewährung für Beihilfe.

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