Hotel-Vorhaben in Willingen

Gegen Low-Budget-Hotel im RAG-Heim

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Das am Ritzhagen gelegene ehemalige RAG-Erholungsheim grenzt direkt an ein reines Wohngebiet an. Der Upländer Gemeindevorstand ist nach eingehender Beratung zu dem Ergebnis gekommen, dass der Bebauungsplan nicht geändert und somit die bauleitplanerischen Voraussetzungen für ein Low-Budget-Hotel nicht geschaffen werden sollten. Der Bauausschuss schloss sich dieser Empfehlung an die Gemeindevertretung an.

Willingen - Arndt Brüne möchte im ehemaligen RAG-Erholungsheim am Ritzhagen ein Jugend- und Sporthotel einrichten. Der Upländer Gemeindevorstand rät dem Parlament jedoch von einer entsprechenden Änderung des Bebauungsplans ab.

Das Thema sorgt in Willingen seit Monaten für hitzige Debatten und stand gestern Abend auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Wie berichtet, hat der 28-jährige Hotelkaufmann und Tourismusbetriebswirt das hoch über Willingen gelegene frühere Erholungsheim Ende März/Anfang April gekauft. Voraussetzung für die von ihm gewünschte Umnutzung ist die Änderung des Bebauungsplans Nr. 2 („Bärmecke“), in dem das Gelände derzeit als „Sondergebiet Erholungsheim“ ausgewiesen ist.

Der Gemeindevorstand und die Fraktionen im Gemeindeparlament haben sich in den letzten Wochen eingehend mit dem Thema befasst - einer „schwierigen bauleitplanerischen Fragestellung“, wie Bürgermeister Thomas Trachte gestern Abend in der Sitzung des Bauausschusses betonte. Unabhängig von der rechtlichen Umsetzbarkeit einer solchen Bebauungsplanänderung sei der Vorstand zu der Auffassung gelangt, dass die beantragte Änderung zum Zweck des Betriebs eines Low-Budget-Hotels nicht erfolgen solle.

Ein Low-Budget-Hotel sei definitionsgemäß ein Betrieb, der jüngere Kundengruppen in niedrigen Preissegmenten ansprechen solle. Es sei davon auszugehen, dass regelmäßig, insbesondere auch an den Wochenenden, eine beachtliche Zahl von Gruppen junger Menschen dort beherbergt werde. „Dieser Sachverhalt wird aufgrund gesammelter Erfahrungswerte und vor dem Hintergrund zu beobachtender allgemeiner gesellschaftliche Phänomene speziell in Willingen zu einem Risiko“, verdeutlichte Trachte die Auffassung des Gemeindevorstands. Er verwies darauf, dass zeitweise gerade von jüngeren Menschen unter Alkoholeinfluss erhebliche Störungen auf die Umgebung ausgingen.

„Natürlich sind nicht alle Nutzer eines Low-Budget-Hotel als potenziell alkoholisierte Menschen und damit als Störer anzusehen“, räumte der Verwaltungschef ein. „Allerdings ist die Gefahr, dass diese Gruppen dort verstärkt auftreten, nicht auszuschließen.“ Im Hinblick auf einen vorsorglichen Immissionsschutz und zur Vermeidung eines dauerhaften Unfriedens erscheine die Etablierung eines auf diese Zielgruppen spezialisierten Betriebes in der vorgesehenen Größenordnung direkt an einem gewachsenen, großen reinen Wohngebiet in bauleitplanerischer Hinsicht nicht sinnvoll.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 4. Juli 2014.

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