Präventionsrat

Gegen das üble Erwachen: Korbach startet Kampagne gegen K.O.-Tropfen

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Warnen mit bunten Stöpseln vor K.O.-Tropfen: (von links) Andrea Franke vom Sozial- und Kulturamt, Bürgermeister Klaus Friedrich und Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland. 

Korbach. Mit der der Aktion „Lass Dich nicht K.O.-Tropfen“ macht der Präventionsrat der Stadt Korbach auf die Gefahr durch die im Volksmund als K.O.-Tropfen bekannten Flüssigkeiten wie Liquid Ecstasy aufmerksam.

Unbekannte mischen ihren Opfern die Tropfen in Getränke und machen sie damit willen- oder sogar bewusstlos, um sie anschließend zu berauben oder zu vergewaltigen.

Die bunten Stöpsel mit den Kärtchen machen neugierig: Kostenlos verteilt der Präventionsrat in den kommenden Wochen die sogenannten „Spikeys“. Zusammen mit einem Strohhalm sichern sie Getränke in Flaschen vor K.O.-Tropfen. Dazu werden die Stopfen einfach in den Flaschenhals gedrückt. Auch Schulen können die „Spikeys“ mit dem Informationsmaterial anfordern.

Ein einfaches Gimmick, das aber Jugendliche auf ein großes Problem aufmerksam macht: Auch wenn es in den zurückliegenden Jahren nur wenige nachgewiesene Fälle mit K.O.-Tropfen im Landkreis gegeben habe, dürfe die Gefahr nicht unterschätzt werden, sagen Andrea Franke und Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland vom Präventionsrat.

Kurz mal das Glas für einen Gang nach draußen stehen gelassen, ein Unbekannter schmeißt eine Runde für die ganze Bar – schon wird unbeobachtet etwas ins Getränk gemischt. Nur zehn bis zwanzig Minuten nach der unbewussten Einnahme beginnen die Tropfen zu wirken: Nach anfänglicher Euphorie folgen Übelkeit, Schwindel und plötzliche Schläfrigkeit. Das Opfer wacht später auf und kann sich an nichts erinnern.

Auf einem Kärtchen gibt der Präventionsrat den Jugendlichen Tipps: Gläser nie unbeobachtet stehen lassen, keine offene Getränke von Fremden annehmen – und vor allen Dingen: Aufeinander aufpassen. Vahland: „Wer gemeinsam ausgeht, sollte auch gemeinsam heimgehen.“

Bei Verdacht auf K.O.-Tropfen sollte sofort ärztliche Hilfe für das Opfer geholt und das Personal der Disco oder Kneipe verständigt werden.

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