Korbach

„Es geht nicht ums Verhindern“

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- Korbach (lb). Wohin steuert der Einzelhandel in Korbach? Diese Frage beschäftigt zur Zeit viele Leser. Ins Schussfeld gerät dabei insbesondere die Korbacher Hanse.

Sind sie Korbachs graue Eminenzen, die im Hintergrund die Fäden ziehen, die Stadtverordneten lediglich Marionetten in ihrer Hand? Vorsitzender Jürgen Tent und Kassierrer Thomas Grebe fühlen sich fast ein wenig geschmeichelt ob der Macht, die der Korbacher Hanse zugeschrieben wird.

Über 40 mal haben bis gestern Leser die Berichterstattung der Waldeckischen Landeszeitung zum Einzelhandelskonzept der Stadt im Internet kommentiert („Damit die Kasse weiter klingelt“, WLZ vom 3. Februar). Wer die Beiträge liest, fühlt sich genötigt, die Kaufmannsgilde in der Reihe der verschwörerischen Geheimgesellschaften gleich hinter den Illuminati zu wähnen – denn über Wohl und Wehe des Handels in der Stadt scheint die Hanse zu entscheiden.

Hauptvorwurf der Kritiker: Die Hanse betreibe Protektionismus und verhindere Neuansiedlungen, um die eigenen Umsätze nicht zu gefährden. Auslöser der hitzig geführten Debatte ist das kürzlich beschlossene Einzelhandelskonzepts der Stadt. Dessen Maßgabe ist, die Innenstadt mit Fußgängerzone weiter zu schützen. Deshalb legt die Stadt einen „zentralen Versorgungsbereich“ vom Güterbahnhof bis in die Altstadt fest, den es zu hegen und zu pflegen gilt. Schwerpunkt für großflächigen Handel mit Bau-, Möbel- und Teppichmärkten oder Gartencentern soll die Briloner Landstraße bleiben.

Offen bleibt vorerst die Entwicklung auf der Brachfläche zwischen Bahnhof und Güterbahnhof. Die Gutachter empfehlen, das letzte freie Filetstück der Innenstadt maßgeschneidert für Handel bis Wohnen zu nutzen. Eine für dieses Areal diskutierte 8000 Quadratmeter große Shopping-Mall lehnt die Hanse ab.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 19. Februar.

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