Bad Vilbel stellt Weichen für Entscheidung über Hessentagsbewerbung

Geht‘s in Korbach wieder „hoch her“?

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Korbach - Kommt der Hessentag 2015 nach Korbach? Der zuständige Landesbeauftragte Heinrich Kaletsch hat die Kreisstadt in einem Interview erneut ins Spiel gebracht. Hintergrund ist eine lebhafte Diskussion in Bad Vilbel.

Offenbar hat Korbach die einzige derzeit ernstzunehmende Bewerbung eingereicht. Das Kuriose: Nach Auskunft des Hessentags-Beauftragten der Landesregierung, Heinrich Kaletsch, waren Ende März noch viele weitere Städte „im Rennen“, unter anderem Bad Hersfeld, Eschwege, Hanau und Herborn. Doch diese Städte sind von ihrer vermeintlichen Bewerbung stark überrascht.

Frühestens im Juni – nach dem Hessentag in Wetzlar – entscheidet die Landesregierung über den Austragungsort 2015. Die Vertreter der hessischen Städte sind nichtsdestotrotz irritiert. „Meines Wissens nach gibt es eine solche Bewerbung nicht“, berichtet der Eschweger Stadtmitarbeiter York-Egbert König auf WLZ-FZ-Nachfrage.

Sein Hanauer Kollege Joachim Haas-Feldmann berichtet ähnliches: „Wir haben nur Interesse, bisher gibt es keinen Beschluss.“ Allerdings gehe es dabei nicht um das Jahr 2015. Erst nach dem Abschluss des Stadtumbaus in Hanau sei eine Ausrichtung überhaupt denkbar, so Haas-Feldmann.

Angestoßen hatte die Debatte der Bad Vilbeler Joachim Brings. Er hatte aufgedeckt, dass das Interesse an der Ausrichtung des Hessentages 2015 gering ausfällt; „Mr. Hessentag“ Kaletsch habe mit seiner Aufzählung stark übertrieben „Entweder ist er nicht richtig informiert oder er möchte ein Interesse vortäuschen , das nicht (mehr) vorhanden ist“, schlussfolgerte SPD-Vorstand Brings. Kaletsch indes widerspricht Brings‘ Informationen: „Das ist falsch. Lediglich Bad Nauheim hat seine Bewerbung kürzlich zurückgezogen“, sagte er gegenüber WLZ-FZ. Die Bad Vilbeler bilden sich momentan ihre Meinung über eine mögliche Bewerbung. „Wir machen es etwas anders als andere“, erklärt Erster Stadtrat Jörg Frank (CDU). In zwei Projektwerkstätten seien zuerst die Bürger zu Wort gekommen. „Ich war erstaunt von der super Beteiligung“, so Frank gegenüber WLZ-FZ weiter. „Das kann ich nur jedem empfehlen. Bis jetzt gab es keine ablehnende, sondern nur konstruktive Kritik.“ Fest stehe, dass der Hessentag „einen Sinn“ haben solle. Im Falle eines Falles steige die Verbundenheit der Bad Vilbeler, hofft Frank. Bei einer öffentlichen Abstimmung, wahrscheinlich am 15. Mai, soll das Stadtparlament die endgültige Entscheidung treffen. Die Grünen haben bereits ihr Nein bekundet. Größter Kritikpunkt am Fest ist die Finanzierung.

Während Korbach 1997 „nur“ 350?000 Euro Miese machte, summieren sich die städtischen Zuschüsse inzwischen auf mehrere Millionen. Nicht zuletzt deshalb sind auch die Korbacher vorsichtiger geworden (siehe Hintergrund). „Es muss finanziell passen“, gibt Bürgermeister Klaus Friedrich die Devise aus.

Wir-Gefühl, Bekanntheitsgrad und Infrastruktur könnten durch die Ausrichtung verbessert werden, denkt Friedrich. „Doch die Stadtverordneten haben das letzte Wort.“ Bereits 2011 hatte die Stadt darauf verwiesen, dass die wirtschaftliche Situation seit der Bewerbung in 2007 eine grundlegend andere sei. Das Kulturamt steht mit Kaletsch weiterhin in Kontakt. (lb/den)

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