Bauhöfe und Straßenmeistereien haben ihre Salzlager gefüllt

Gut gerüstet gegen die Eiszeit

Waldeck-Frankenberg - Noch ist nichts vom Winter zu sehen, aber in den Straßenmeistereien und Bauhöfen liegt tonnenweise Salz parat. Gestreut werden soll sparsam. Die Bahn überprüft unterdessen schon die Weichenheizungen.

Frost und Schnee lassen auf sich warten, aber die Stadt ist vorbereitet: 205 Tonnen Streusalz türmen sich in einer Halle des Korbacher Bauhofs zu einem großen Berg. Hinzu kommen 18 Tonnen in Säcken und 30 000 Liter Sole, eine Salz-Wasser-Lösung. Auch organisatorisch ist die Stadt gerüstet: Bauhofleiter Friedhelm Schmidt hält den 59 Seiten starken Winterdienstplan in den Händen. Er regelt den genauen Ablauf in der Schlacht gegen Schnee und Eis. Sagen etwa die Meteorologen winterliches Wetter voraus, rückt der zuständige Dienstleiter schon morgens um 3.15 Uhr zur ersten Kontrollfahrt durch Korbach aus. Er entscheidet dann, ob er die beiden Unimogs, den Trecker, die vier Schmalspurschlepper plus 15 Mitarbeiter mit fünf Pritschenwagen als Fußtruppen in der Kernstadt in Marsch setzt. Insgesamt stehen zwei Gruppen mit jeweils 26 Mitarbeitern für den Winterdienst bereit, die sich wöchentlich abwechseln. In elf Korbacher Ortsteilen sind außerdem Landwirte oder andere Privatpersonen per Vertrag zum Winterdienst beauftragt. „Sie erledigen diese Arbeit mit ihren Schleppern, wobei der Streuer und das Schneeschild von der Stadt gestellt werden“, erklärt Bauhofleiter Friedhelm Schmidt. Auch die Gemeinde Allendorf (Eder) bereitet sich auf den Winter vor. 200 Tonnen Salz lagern derzeit am Bauhof, von denen rund 75 Tonnen nachgeordert werden mussten. Ungefähr die gleiche Menge sei auch im vergangenen Winter verbraucht worden, sagt Bauhofleiter Horst Huhn. Seit einigen Tagen sind die Mitarbeiter damit beschäftigt, die Fahrzeuge auf die Wintersaison umzurüsten. „Sie werden mit Schneepflügen und Salzstreuern ausgestattet, und es wird sichergestellt, dass sie richtig laufen“, sagt Huhn. Die Mitarbeiter sind dann mit zwei Schleppern, einem Unimog und zwei Kleinfahrzeugen unterwegs. Mit ihnen versorgt der Bauhof in der kalten Jahreszeit ein Straßennetz von etwa 70 Kilometern Länge, das die Gemeinde Allendorf sowie die Ortsteile umfasst. Hinzu kommen noch Gehwege und Parkplätze. Für kleine Wege, Treppen und Gassen ist eine Handkolonne unterwegs. Vorbereitet ist der Allendorfer Bauhof also, aber mit einem schnellen Wintereinbruch rechnet Huhn derzeit noch nicht. Wenn es so weit ist, beginnt der Arbeitstag aber schon um vier Uhr morgens. Wenn alles normal laufe, sei eine Tour dann gegen Mittag fertig, sagt Huhn. „Einen ganzen Arbeitstag muss man schon rechnen.“ In den Autobahn- und Straßenmeistereien liegen landesweit 100 000 Tonnen Streusalz bereit, und bei Bedarf kann nachbestellt werden. Nach den Erfahrungen des harten Winters 2012/13 wurden die Streusalz-Lager ausgeweitet. Die 110 Hallen und Zwischenlager der Straßenmeistereien seien randvoll, sagt Burkhard Vieth, Präsident der Straßenbauverwaltung Hessen Mobil, gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa). „Wir haben in diesem Jahr sieben neue Salzhallen gebaut und damit das Speichervolumen um zwölf Prozent erhöht. Wir rechnen nicht mit einem Engpass.“ Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) sieht die Straßenmeistereien optimal vorbereitet – „egal, wie der Winter wird“. An die Autofahrer appelliert er, sich auf die Straßenverhältnisse einzustellen: „Wenn es schneit, dann ist es glatt; und wenn es glatt ist, muss man langsam fahren.“ Das sei zwar banal, aber bei vielen immer noch nicht angekommen, sagt Al-Wazir. Der persönliche Wunsch des Ministers: Der Winter möge nicht so streng werden. Der vergangene jedenfalls war so mild, dass der Winterdienst außerhalb der Ortschaften nur rund 44 000 Tonnen Salz verstreute. Im Winter davor war es viermal so viel gewesen. Die 60 Autobahn- und Straßenmeistereien von Hessen Mobil halten mit 1500 Beschäftigten und 500 Räumfahrzeugen rund 17  000 Kilometer Autobahnen, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen von Eis und Schnee frei. Autobahnen werden bei Bedarf rund um die Uhr alle zwei Stunden gestreut und alle drei Stunden geräumt, die übrigen Straßen von 6 bis 22 Uhr. Das kostet nach Angaben von Hessen Mobil im Schnitt 20 Millionen Euro pro Saison, davon zahlt der Bund, der für die Autobahnen zuständig ist, rund zehn Millionen Euro.Bei der Deutschen Bahn (DB) werden derzeit die Weichenheizungen überprüft und in Nordhessen auch Schutzzäune gegen Schneeverwehungen aufgestellt. Bei strengem Frost sollen Frostwachen nachts die im Freien abgestellten Züge fahrbereit halten, damit sie frühmorgens sofort in den Berufsverkehr starten können. Wie ein Sprecher der Bahn erläutert, halten Bahn-Mitarbeiter die Züge dann im Standby-Betrieb – im vergangenen Winter sei dies nur wenige Male nötig gewesen. Von Lutz Benseler, Marco
Steber und Sabine Ränsch

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