Amtseinführungsgottesdienst für Pfarrer Daniel Kallen in Obernburg

Geschichte für heute fruchtbar machen

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Feierliche Amtseinführung: (hintere Reihe v. l.) Gisela Stieglitz, Michaela Schnatz, Katja Best-Buniak, Achim Weber, Lektorin Gertrud Beckmann, Anneliese Dude, Volker Iske, Axel Großmann, Karl-Horst Wiesemann, Heinrich-Wilhelm Vesper, Norbert Scherf, Karl

Vöhl-Obernburg - „Ich bin froh, hier zu sein!“ Mit dieser Zwischenbilanz nach 28 intensiven Tagen an seiner neuen Wirkungsstätte begrüßte Pfarrer Daniel Kallen seine Gemeinde beim Amtseinführungsgottesdienst.

Er sei schon ein „Stück weit hier angekommen“, bekannte Obernburgs neuer Seelsorger vor der versammelten Festgemeinde. Großen Anteil daran hatten auch die beiden festlich begangenen Feiertage mit dem Himmelfahrtsgottesdienst an der Grillhütte, bei dem die Gemeinde ihren neuen Pfarrer als einen sehr geselligen Menschen erleben konnte, wie Jörg Wiesemann zu Beginn seines Willkommensgrußes ausführte. Der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende forderte im weiteren Verlauf die Gemeindeglieder dazu auf, nicht zu vergleichen und sich eine Meinung ohne Vorurteile zu bilden.

Urteile und Vorurteile, dieses Thema nahm der neue Pfarrer auch in seiner Predigt über das vierte Kapitel des Epheserbriefes auf mit seinem Lob des Gottes, der alle Menschen ohne Vorurteile ansieht und freispricht, statt zu verurteilen. Zuvor hatte Kallen am „Geburtstag der Kirche“ (Pfingsten) die Kritik jener aufgenommen, die ihr den Rücken gekehrt hätten und meinten, dass Kirche und Glaube an Gott nicht unbedingt zusammen gehören müssten. Im Einzelfall gebe es sicher berechtigte Gründe, über Amtsträger erbost oder verbittert zu sein, führte er zu Beginn seines glühenden Plädoyers für die Ämter und ihre Bedeutung in der Kirche aus. Und mit Blick auf den Paulusbrief an die Epheser-Gemeinde stellte er fest, dass die Kritik an den Ämtern fast schon so alt sei wie die Kirche selbst, da es immer schon Progressive und Konservative gegeben habe oder eben auch Menschen, die sich von anderen nichts sagen lassen wollten.

Dabei seien Ämter kein Selbstzweck, sie dienten vielmehr dazu, besser verstehen zu lernen, was den Glauben ausmache. Die Abgrenzung der unvergänglichen Wahrheiten gegen Zeitgeist ist ein Anliegen für den historisch interessierten Pfarrer aus Eichenzell, der Geschichte für die Gegenwart fruchtbar machen will.

Seinen Weg nach Obernburg - von der katholischen Taufe über die Zeit als Domsingknabe in Fulda bis zur Frage nach Gottes Gnade während seiner Zeit bei der Bundeswehr, die ihn zum Übertritt zum evangelischen Glauben und anschließenden Theologiestudium in Bethel, Münster und Marburg geführt hatte - führte Dekanin Petra Hegmann in ihrer Vorstellung des neuen Pfarrers aus. Mit ihrem Appell, die christliche Stimme durch eine überzeugende Umsetzung im eigenen Leben wieder besser hörbar zu machen und besser gegen die Vielfalt der aktuellen oder modischen Deutungsangebote abzusetzen, gab die Dekanin ihr Zeugnis für Einheit im Glauben in unterschiedlichen Ämtern.

Mit dem Ende der Vakanz wurde Pfarrer Eisenberg das „ungeliebte Amt“ des Spezialvikars wieder los. Die Aufgaben hatte der Vöhler Pfarrer gerne übernommen, aber immer wieder am nicht so recht nachvollziehbaren Titel Anstoß genommen. Lektor Axel Großmann überreichte ihm zum Abschied ein Schild mit der nun überholten „Amtsbezeichnung“.

Die Gitarrengruppe Goddelsheim begrüßte den neuen Pastor mit Leonard Cohens „Hallelujah“ und unterstrich die Schilderung seines Wegs nach Obernburg mit „Wunder gescheh‘n“ von Nena.

Ein Lied über den guten Hirten ging der Predigt voraus - ein besonderes Geschenk für den neuen Pfarrer, denn Kirchenmusik ist ebenfalls ein großes Anliegen von Daniel Kallen, der nun sein persönliches Kapitel Kirchen- und Ortsgeschichte in Obernburg, Dorfitter und Thal­itter schreiben wird. (ahi)

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