Amtsgericht Korbach verurteilt Fernfahrer zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten

Gewalt eskaliert nach Alkoholkonsum

Korbach - Rund acht Monate nach der Tat fällte Richter Kalhöfer-Köchling gestern Vormittag das Urteil: Wegen gefährlicher Körperverletzung an seiner damaligen Lebensgefährtin und ihrer 21-jährigen Tochter muss ein Fernfahrer aus Korbach neun Monate ins Gefängnis.

Der Richter war sich sicher: Der 38-Jährige war am Abend des 16. Juni des Lokals verwiesen worden - er hatte deutlich zu viel Alkohol getrunken. Die Polizeibeamten aus Korbach stellten später einen Blutalkoholwert von 1,74 Promille fest. Nach der Feier machte sich der Mann auf den Weg nach Hause. In der gemeinsamen Wohnung habe ihn seine ehemalige Freundin auf seinen Alkoholkonsum angesprochen. Das Gespräch eskalierte, und der Mann ging auf die 41-Jährige los.

Er zerstörte Teile des Mobiliars und verwendete einen Stuhl, um seine frühere Partnerin zu verletzen. Beim Versuch, die Polizei zu alarmieren, schlug der 38-Jährige sie so heftig mit den Fäusten, dass sie zu Boden ging. Dort trat er weiter auf sie ein. Um ihrer Mutter zu helfen, ging die 21-jährige Tochter dazwischen. Auch sie wurde Opfer der Gewalt des 38-Jährigen. Er trat ihr mit seinen Knien in den Magen.

Mitbewohner stoppten den aggressiven Mann schließlich und verwiesen ihn der Wohnung, bis zwei Polizeibeamte ihn in Gewahrsam nahmen.

Die Beamten stellten schließlich Prellungen, Hämatome, angebrochene Rippen und eine Gehirnerschütterung bei der Frau fest.

Fünf Zeugen bestätigten gestern Vormittag die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte entgegnete, er könne sich nur an Teile des Geschehens erinnern. Allerdings ist er für die Polizei kein Unbekannter: Bereits in zwölf Fällen häuslicher Gewalt war der Mann aus Korbach auffällig geworden. Zur Entschädigung habe er bereits 1160 Euro an die beiden Frauen gezahlt, berichtete der Angeklagte.

Das half ihm am Ende nicht. Weil er zum Tatzeitpunkt eine Bewährungsstrafe verbüßte und schon wegen Körperverletzung vorbestraft war, verurteilte ihn Richter Kalhöfer-Köchling gestern zu einer neunmonatigen Gefängnisstrafe. „Das war ein klassisches Bewährungsversagen“, befand auch die Staatsanwältin.(lf)

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