Korbach

Auf dem Weg in die Gewinnzone

- Korbach (tk). Das städtische Alten- und Pflegeheim „Haus am Nordwall“ schreibt fast wieder schwarze Zahlen. Das geht aus dem Jahresabschluss 2009 hervor, mit dem sich am Mittwoch die Stadtverordneten im Haupt- und Finanzausschuss befassten.

Der Bericht der Wirtschaftsprüfer weist ein Minus von 36 700 Euro aus. Die angestrebte „schwarze Null“ wurde damit zwar nicht ganz erreicht. Im Vergleich zu den Vorjahren hat sich die wirtschaftliche Situation allerdings deutlich verbessert. Im Vorjahr lag das Defizit bei 143 000 Euro. Der Bilanzverlust von rund 560 000 Euro wird auf die Folgejahre vorgetragen. „Wir hätten 2009 schon einen Überschuss gehabt“, erklärte Bürgermeister Klaus Friedrich. Weil aber ein Blockheizkraftwerk, das eigentlich erst in diesem Jahr gekauft werden sollte, günstig zu haben war, habe sich diese Anschaffung in der Bilanz bemerkbar gemacht. 2006 und 2007 wurden etwa 3,6 Millionen Euro investiert, um das „Haus am Nordwall“ zu erweitern und zu modernisieren. Seit Frühjahr 2008 führt Michael Ricken im Altenheim Regie, zudem rückt das Altenheim seit Sommer 2007 immer weiter unters Dach des Krankenhausbetriebs. Das operative Geschäft ist zum 1. Januar dieses Jahres in eine gemeinnützige GmbH ausgegliedert worden. Dadurch können Steuervergünstigungen in Anspruch genommen werden. Deshalb besteht die Hauptaufgabe des städtischen Eigenbetriebs auch nur noch darin, die Grundstücke und Gebäude Nordwall 16 und Am Kniep 17 zu verwalten und zu vermieten. Das Personal wechselte aus diesem Grund ebenfalls in die gemeinnützige Gesellschaft über. Die verbliebenen Verwaltungsarbeiten werden von Mitarbeitern der Stadtverwaltung erledigt, die Kosten dafür erstattet. Der ebenfalls im Haupt- und Finanzausschuss diskutierte 
Wirtschaftsplan der gGmbH sieht betriebliche Erlöse aus Pflege, Unterkunft und Verpflegung von rund vier Millionen Euro vor. Die Personalkosten schlagen mit 2, 6 Millionen Euro und die Sachaufwendungen mit 1,26 Millionen Euro zu Buche. Gerechnet wird 2010 mit einem positiven Betriebsergebnis von knapp 52 000 Euro. „Altenheim und Krankenhaus in kommunaler Regie zu führen, ist unverzichtbar“, betonte der Bürgermeister. Die Grundlage dafür, den wirtschaftlichen Spielraum, habe sich der Betrieb wieder erarbeitet. Noch erfolgreicher habe das Stadtkrankenhaus auf dem schwierigen Markt agiert. 2009 sei ein Überschuss von 1,5 Millionen Euro erzielt worden. Die Zahl der Behandlungen habe mit 8930 Fälle den Höchststand erreicht. Die Refinanzierung der Klinikerweiterung sei durch Eigenmittel möglich, sagte Friedrich. Deshalb sehe er, nach entsprechenden Empfehlungen aus Wiesbaden, gute Chancen, dass der auf 2012/13 verschobene Baubeginn für den letzten Abschnitt der Erweiterung doch vorgezogen werden kann. Für 13,4 Millionen Euro soll auf dem Gelände zum Parkplatz an der Ecke Schillerstraße ein Neubau für Intensivstation, HNO, Gynäkologie und die internistische Station entstehen. Abschließend wird über den Wirtschaftsplan des Alten- und Pflegeheims bei der Stadtverordnetensitzung am Donnerstag, 18. März (19 Uhr, Rathaus), beraten.

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