Noch bis zum 2. Februar

"Gib Stoff": Ausstellung im Korbacher Museum lädt zum Mitmachen ein

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Museum zum Mitmachen: Inge Meissner zeigt vielen Interessierten, wie Fingerstricken geht.

Die Mitmach-Ausstellung „Gib Stoff“ im Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum widmet sich auf unterhaltsame Weise der Textilgeschichte.

Korbach – Eine Ausstellung mit Signalen nach außen: Der Nachtwächter ist mit Wolle dekoriert, und auch an verschiedenen Straßen und Plätzen in Korbach sind Lampen und Fahrradständer, Dachrinnen und Bäume mit Textilien verschönert. Sie weisen auf die aktuelle Ausstellung im Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum hin: Bei der dreht sich alles um Textil und Faden.

Das Museum präsentiert das Thema Textilien aber nicht nur als Ausstellung, es darf aktiv mitgewerkelt werden: nähen, häkeln, sticken, stricken, weben, stopfen und mehr sind im Angebot. Und bereits vor dem offiziellen Start am Sonntag haben am Tag zuvor viele Besucherinnen und Besucher emsig mitgebastelt.

Die Idee zum Thema entstand in Zusammenarbeit mit dem Museum in Rüsselsheim. Anlässlich des Hessentags 2017 hatten die Korbacher bereits Kontakte nach Südhessen geknüpft und auch Conti-Garn dorthin geliefert. So ist die Wanderausstellung zum Thema Textilien nach Korbach gekommen und reist danach weiter durch die Republik.

Vom Schaf zum Kleidungsstück

Die Geschichte von Textil und Faden wird in der Ausstellung aufgearbeitet und dargestellt. Viele Exponate wurden zusammengetragen – aus der Sammelausstellung und auch dem Fundus des Korbacher Museums. So soll ein Bewusstsein für die Herkunft unterschiedlicher Fäden geweckt werden.

Zum Auftakt am Samstag waren dafür lebende Schafe im Innenhof zu bewundern, und Familie Hasecke aus Fürstenberg informierte über die Zucht und Vermarktung der Wolllieferanten. Angela Paulus aus dem Marburger Land spann in Marburger Tracht mit einem alten Spinnrad. Aus den Fäden kann dann durch Stricken, Häkeln oder Weben eine Fläche entstehen.

Familie Arnold aus Laisa hat einen Webstuhl zur Verfügung gestellt und erklärte dessen Einsatz, Probeweben mit Halbleinen inklusive. Mit dem Museumsteam konnten die Besucher in mehreren Kreativstationen Sterne basteln, Weihnachtskarten erstellen, kleine Wollschäfchen basteln, stopfen, nähen und stricken lernen.

Am Ende kommen auch Umweltaspekte nicht zu kurz: Die Ausstellung zeigt, woher die eigenen Kleidungsstücke kommen, welche Mengen an Wasser bei der Herstellung verbraucht werden, wie viel Arbeit in jedem Stück steckt und unter welchen Arbeitsbedingungen sie gefertigt werden.

Wie lange läuft die Ausstellung noch?

Die Mitmach-Ausstellung ist noch bis zum 2. Februar 2020 im Wolfgang-Bonhage-Museum zu sehen. Dazu gibt es ein spannendes Begleitprogramm. Am kommenden Donnerstag um 19.30 Uhr gibt es einen Vortrag zur Geschichte der Unterwäsche. Schulklassen, Kindergartengruppen und Kindergeburtstage können sich ein eigenes Programm erstellen lassen. (Von Hans Peter Osterhold)

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