Bürgermeisterwahl in Lichtenfels am 22. September · Uwe Steuber über seine Ziele für die 3. Amtszeit

„Gibt viele Möglichkeiten zu gestalten“

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Der 51-jährige Uwe Steuber, seit 2001 Bürgermeister in Lichtenfels, bewirbt sich zum dritten Mal für das Bürgermeisteramt. Foto: Marianne Dämmer

Lichtenfels - Uwe Steuber könnte das Rennen um den Bürgermeistersessel in Lichtenfels eigentlich gemächlich angehen, weil er keinen Mitbewerber hat. Das tut er aber nicht, sondern legt wie gehabt ein ordentliches Tempo vor - mit dem Ziel, das Beste für Lichtenfels zu erreichen.

Jede Wahl hat ihre Herausforderungen, auch wenn es keinen Herausforderer gibt - für Uwe Steuber ist das die schwierige Finanzlage seiner Stadt. Er kann bei seinen Besuchen in den Lichtenfelser Ortsteilen vor dem großen Wahltag am 22. September keine Wahlversprechen machen oder Wünsche erfüllen, die viel Geld kosten. Stattdessen muss er immer wieder auf die recht leere Stadtkasse verweisen und, mehr noch, bittet in manchem Fall die Bürger in den Stadtteilen sogar um Eigeninitiative.

Da die Stadt unter seiner Ägide in den vergangenen zwölf Jahren schon einiges vorgelegt hat, kann er die Bitte durchaus mit Überzeugung vorbringen - und findet Gehör. Denn „die größten Wünsche, die in den vergangenen Jahren an mich und das Parlament herangetragen wurden, sind zum großen Teil erledigt“, sagt Steuber. Dabei verweist er auf die Sanierung der meisten Dorfgemeinschaftshäuser und Mehrzweckhallen, der Kanäle und Ortsdurchfahrten; bis auf den Sachsenberger Kindergarten sind auch alle Horte für die Jüngsten saniert.

Geschaffenes erhalten

In der Folge sind die vielen Wünsche, die an ihn bei seinen Ortsbesuchen herangetragen werden, „eher klein“, freut er sich. Aber viele Kleine machen ein Großes - und da ist er wieder bei dem „Spagat zwischen fast zehn Millionen Euro Schulden in den Griff bekommen und Wünsche erfüllen“. Und dann kommt er auch wieder auf die Eigeninitiative, die in manchen Stadtteilen außergewöhnlich gut klappt - auch weil es kurze Wege zu den Ortsbeiräten gibt: Die Stadt gibt Geld für Baumaterial, die Bürger erledigen nötige kleineren Arbeiten ehrenamtlich, „denn was wir geschaffen haben, müssen wir erhalten“, unterstreicht Steuber, dankbar für die gute Unterstützung in vielen Ortsteilen. Angesichts dieser grundsätzlich positiven Grundstimmung in den Lichtenfelser Orten ist Steuber auch nicht bange um die Zukunft.

Das Geschaffene zu erhalten ist eines seiner Ziele für die kommenden sechs Jahre, die er als Bürgermeister für Lichtenfels weiterarbeiten möchte. Und angesichts vieler kleiner Baustellen ist das schon eine Aufgabe. Weiter will Steuber das Kindergartenkonzept erneuern. „Wir müssen stetig neu auf den Bedarf reagieren - zum Beispiel die Betreuung der Einjährigen regeln“, erklärt Steuber. Interkommunale Zusammenarbeit soll ausgebaut werden, um Geld zu sparen - so soll das Standesamt nicht nur mit Korbach, sondern auch mit Vöhl zusammenarbeiten. Eine flexiblere Friedhofssatzung soll entwickelt werden, weitere Förderungen durch das Leader-Programm strebt er an.

Stadt weiterentwickeln

Weiterentwickeln will er auch das Leerstandskonzept und den Wandertourismus in Lichtenfels. Letzteres ist ein Grund, warum er sich um die Ausrichtung des hr4-Wandertages bemüht hat (wir berichteten). „Außerdem kämpfe ich für den ländlichen Raum im Präsidium des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, damit etwa die Untersuchung der Hausanschlüsse verschoben wird - das sind viel zu hohe Kosten für die Bürger“, sagt Steuber.

„Sie sehen, ich habe durchaus noch viele Möglichkeiten zu gestalten“, sagt Steuber, der die Lichtenfelser seit Wochen nach ihren Wünschen fragt. Und was wünscht er sich? „Ich hoffe, dass ich am Wahltag prozentual in der 80er-Zone liege. Als Bestätigung dessen, dass das, was wir gemeinsam angestoßen haben, auch o.k. war.“

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