Korbach

Glas Bier erleichtert Geständnis

- Korbach (lb). Das jüngste Gericht ist dagegen ein Ponyhof: Am letzten Tag des Korbacher Freischießens kennt die Burschenkompanie keine Gnade.

Kein Bier ausgegeben, keine Uniform getragen, am Freischießen-Montag gearbeitet, kein aktives Mitglied der Schützengilde: Anscheinend harmlose Versäumnisse führten am Montag dazu, dass unbescholtene Korbacher am Enser Türmchen hinter Gittern landeten und fast am Galgen endeten. Wenige Stunden nach der „Portemonnächenwäsche“ und dem lautstarken Eintauchen der Burschen in den Rathauskump sammelte die Kompanie sich am Enser Tor und errichtete ihren Gerichtsstand. Statt Wasser und Brot gab es dort für die Delinquenten immerhin Bier und geistige Getränke, mit denen den Gefangenen das Geständnis erleichtert werden sollte. Beendet war eine Verhandlung indes erst, wenn der Angeklagte sich schuldig bekannte und sein Bußgeld an Burschenmeister Thomas-Ludwig Tent und Burschenkönig Alexander Flake entrichtete. Zur Erinnerung gab es für jeden Verurteilten eine Urkunde mit Foto. Auch die Männerkompanie nahm am Montag Abschied vom Freischießen: Von Marschmusik begleitet waren die Schützen in der Stadt unterwegs, um vor befreundeten Firmen und bei Familien Ständchen zu singen. Alle Formationen – Pioniere, Sankt Barbara, Sankt Regina, Männer-, Burschen- und Kinderkompanie, Pagengruppe, Majorettenkorps sowie Spielmannszug – luden außerdem zu einem gemütlichen Beisammensein im Schießhagen und im Festzelt ein. Am Abend klang das 237. Freischießen mit Tanzmusik aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare