Mann verklagt die Stadt Korbach auf Schadenersatz

Glatteis-Unfall vor Gericht

Korbach/Kassel - Der folgenschwere Unfall eines Korbachers bei Eisglätte hatte ein langes Nachspiel vor Gericht. Adolf Kopp stürzte im Januar 2011, als er über die Kreuzung Heerstraße/Strother Straße gehen wollte.

Auf eisglatter Straße rutschte er aus und zog sich einen komplizierten Bruch am Fuß zu.

Über die Behandlung hinaus entstand für Kopp viel Aufwand - ob Fahrten oder Pflege. So verklagte er die Stadt Korbach auf Schadenersatz: Sie habe ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt. Die Kreisstadt übertrug den Fall an ihre Haftpflichtversicherung, die ihrerseits einen Anwalt in diesem Fall beauftragte.

In einem ersten Urteil im Herbst 2011 wurde Kopps Klage vor dem Landgericht Kassel abgewiesen. Der Korbacher ging in die nächste Instanz vor das Oberlandesgericht (OLG), wo der Fall gestern vorm 14. Zivilsenat in Kassel verhandelt wurde. Doch auch das OLG wies die Berufung zurück, wie ein Sprecher auf WLZ-Anfrage erklärte.

Das schriftliche Urteil liegt noch nicht vor. So lehnte die Stadt am Mittwoch eine Stellungnahme ab. Das Ehepaar Kopp war bis zum Abend über das Urteil noch nicht informiert, wie Helga Kopp gegenüber der WLZ sagte.

Hintergrund ist der strenge Winter 2010/2011, der Städte und Gemeinden in ganz Deutschland vor ein großes Problem stellte: Streusalz war zur Mangelware geworden, die Kommunen mussten den Streudienst zwangsweise deutlich reduzieren (wir berichteten). So sprachen Städte und Gemeinden Warnungen aus. Das galt auch für die Kreisstadt Korbach zum Jahreswechsel 2010/2011.

Forderungen gegen die Kommunen wegen Stürzen und Unfällen sind keine Seltenheit. Jahr für Jahr landen zahlreiche Fälle vor Gericht.(jk)

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