Selbstbewusst und guter Laune macht Jana Möseler ihren Nachfolgerinnen Mut

Als Goldmarie im Rampenlicht

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Mitten in Korbach, da fühlt sich Goldmarie Jana Möseler wohl. Nach drei Jahren Amtszeit reicht die bald 21-Jährige ihre Aufgabe als Symbolfigur der Hansestadt im Sommer an eine Nachfolgerin weiter.

Korbach - Korbach sympathisch nach außen tragen, das ist die Aufgabe der „Goldmarie“. Jana Möseler hat dies bei über 100 Terminen seit 2010 goldrichtig gemeistert.

Sie präsentiert ihre Stadt als „lebendiges Goldstück“, heißt es auf der Internet-Homepage der Korbacher Wirtschaftsförderung. Und genauso ist es: Jana Möseler strahlt eine außergewöhnliche Freundlichkeit aus. Es gibt keine Situation, kein Foto aus den drei Jahren ihrer Amtszeit, auf dem die Goldmarie kein strahlendes Lachen zeigt.

Schauspieler trainieren hart dafür, bei Jana ist das angeboren - und auch nicht gekünstelt. Eine Geschichte aus dem Nähkästchen macht das deutlich: Es war an einem tristen Novembertag 2012. Im Reifenwerk von Conti stand nachmittags ein Fototermin an. Jana trägt Kleid und Schärpe der Goldmarie, darüber einen Mantel, der vor der Kälte schützt.

Natürlich sympathisch

Der Wind packt kräftig in die Haare, als es übers Conti-Gelände in die Werkshalle geht. Dort hat Korbachs größter Arbeitgeber wie gewohnt alles perfekt vorbereitet. Die Mitarbeiter sind präpariert fürs Foto-Shooting, Lichtstrahler bringen die nötige Helligkeit, um ohne Blitz zu fotografieren.

Jana und ein Conti-Mitarbeiter sollen nun mit einem Reifen als Produkt werbend für Korbach in die Kamera lachen. Der Fotograf gibt kurze Regieanweisungen, Jana legt den Mantel neben einen Reifenstapel und ist bereit fürs Foto. Nur der Conti-Mitarbeiter braucht noch etwas Zeit. Er muss kurz noch mal in den Spiegel schauen, ob seine Frisur auch richtig sitzt.

Unkompliziert, selbstbewusst, gerne mit Menschen im Gespräch - das sind Attribute, die die 20-jährige Korbacherin verkörpert. Lampenfieber spürt Jana allerdings schon, vor allem zu Beginn ihrer Zeit als Goldmarie.

„Ich war ziemlich aufgeregt“, erzählt sie rückblickend. Im Frühjahr 2010 hatte sie sich mit etlichen anderen Korbacherinnen als Goldmarie beworben. Vor der Jury im Beratungszimmer des Magistrats im Rathaus war eine kurze Präsentation über Korbach angesagt. Jana war gut vorbereitet, stellte ihren eigenen Lebensweg in Verbindung mit Korbach dar. Trotzdem ist es ein großer Unterschied, zu Hause etwas vorzubereiten - oder in der Öffentlichkeit zu agieren. Als Jana dann als frisch gekürte Goldmarie erstmals beim Altstadt-Kulturfest auf der Bühne stand und auf die Menschenmenge vorm Rathaus blickte, da war das Lampenfieber umso größer.

Korbach repräsentieren

Doch wie die Vorgängerinnen seit 1999 gewann auch Jana Möseler als Goldmarie schnell Sicherheit und Routine. Auftritte mit Kollegen der Stadt bei Messen, bei Westfälischen Hansetagen, Preisverleihungen bei Festen, Mittelalterlichem Markt, Sportveranstaltungen, Jubiläen und Events heimischer Unternehmen - die Bandbreite ist groß für Korbachs Sympathieträgerinnen. So kamen für Jana in den vergangenen drei Jahren über 100 Termine zusammen.

Vor allem bei Messen und Festen außerhalb „wird man sich der Bedeutung von Korbach erst richtig bewusst“, schildert Jana die Begegnungen mit vielen Menschen. Bereut hat sie ihren ehrenamtlichen Einsatz dabei nie: „Es wird schon ein bisschen wehmütig, wenn ich bald nicht mehr Goldmarie bin“, resümiert die junge Korbacherin. Denn diese Aufgabe ist auf maximal drei Jahre begrenzt - und endet für Jana am ersten Juli-Wochenende 2013.

Drei Monate Kalifornien

Zur Eröffnung des Altstadt-Kulturfests wird sie ihre Schärpe und das Tagebuch also feierlich an eine Nachfolgerin weitergeben. Die Bewerbungszeit hat begonnen (wir berichteten).

Derweil hat sich in Janas Leben in den vergangenen drei Jahren auch privat vieles verändert. Nach der Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte und einem Berufsjahr bei der Stadt Korbach entschied sich die Goldmarie, noch mal die Schulbank zu drücken. Im Sommer steht nun das Fachabitur an, danach möchte Jana studieren. Betriebswirtschaft, internationales Management, das wäre ihr Wunsch für die berufliche Zukunft.

Den nötigen Mut hat sie allemal. Im Sommer 2012 war sie zwei Monate als Rucksacktouristin mit ihrem Freund in Südostasien unterwegs. Nach dem Fachabi steht der nächste Auslandsaufenthalt bereits fest. Von September bis Dezember möchte Jana zum Sprachkurs nach Kalifornien. Danach sollen drei Monate in Spanien folgen. Das nötige Geld dafür verdient sich die bald 21-Jährige selbst, beispielsweise als Bedienung in Korbacher Kneipen.

Tipps für die Nachfolgerin

Beim Frühlingsfest der Korbacher Hanse am 6. und 7. April ist Jana aber erst mal wieder auf wichtiger Mission als Goldmarie: Sie steht allen interessierten Bewerberinnen um ihre Nachfolge als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Denn vermeintliche Konkurrenzkämpfe gibt es zumindest unter den Korbacher Sympathieträgerinnen offenbar nicht.

So war es just Vorgängerin Melanie Emde, die Jana damals Mut gemacht hat, sich als Goldmarie zu bewerben. Und dieser freundschaftliche Draht hat bis heute Bestand. „Ich freue mich auf die neue Goldmarie“, macht Jana nun selbst allen neuen Bewerberinnen Mut. (jk)

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