Taler führen zu Sehenswürdigkeiten

Goldspur in Korbach: Die Goldtaler sind zurück in der Fußgängerzone

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Freuen sich über die Rückkehr der Goldtaler: (von links) Bauamtsleiter Stefan Bublak, Hiltrud Hein, Björn Hecker vom Stadtbauamt, Gabi Hein und Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich. 

Sie mussten vor zwei Jahren einer Sanierung weichen: Jetzt sind die Goldtaler zurück in der Korbacher Innenstadt und führen zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Korbach – Die Goldtaler haben Hiltrud Hein und ihr Ehemann einst von ihrer Tochter Britta geschenkt bekommen. „Das war für mich und meinen Mann, der heute leider nicht mehr lebt, eine große Freude“, erinnert sich die 79-Jährige und blickt zufrieden auf das Pflaster in der neu gestalteten Korbacher Fußgängerzone. Dort wurden am gestrigen Mittwoch auch die Goldtaler der Familie Hein eingesetzt. 

Die runden Edelmetallplaketten waren vor zwei Jahren wegen der Sanierung der Fußgängerzone entfernt und bei der Stadt eingelagert worden. Nun fanden sie den Weg zurück.

Hiltrud Hein berichtet, dass im Laufe der zurückliegenden Jahre weitere Mitglieder der Familie einen Goldtaler erworben und sich damit dauerhaft mit ihrem Namen im Pflaster verewigt haben. „Heute sind es sechs in einer Reihe“, sagt die Korbacherin und fügt hinzu: „Es ist schön, dass alle wieder an ihrem gewohnten Platz vor unserem Geschäftshaus sind.“

Goldtaler werden mit einem speziellen Kleber befestigt

Einer der Verantwortlichen für den Wiedereinbau der Goldspur ist Walter Mütze. Bevor der Steinmetz aus Thalitter die Goldtaler mit einem Zwei-Komponentenkleber im Boden verankert, poliert er mit einer Schleifmaschine noch die Ränder. „Das ist bei einigen Talern nötig, damit sie in die wenige Zentimeter hohen Aussparungen im Boden passen“, sagt der Handwerker. Dass diesmal Kleber zur Befestigung eingesetzt wird, ist neu. „Früher mussten die Goldtaler noch mit Schrauben im Boden fixiert werden, heute ist dies nicht mehr nötig“, berichtet Björn Hecker vom Stadtbauamt.

Insgesamt seien gut 140 Goldtaler von 200 wieder zurück in die Fußgängerzone gekommen. „Es gab auch Bürger, die ihre Goldtaler abgeholt und behalten haben. Die meisten wollten ihre Plaketten aber wieder in der Fußgängerzone sehen“, sagt Björn Hecker.

Walter Mütze von der Firma „Natursteinwerk Frank Winter“ aus Thalitter. 

Goldtaler-Spur startet am Korbacher Bahnhof

Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich erinnerte in diesem Zusammenhang an die Entstehungsgeschichte der Goldspur, die am Bahnhof beginnt, bis zum Wolfgang-Bonhage-Museum verläuft und an zahlreichen Sehenswürdigkeiten der Stadt entlang führt. „Wir haben damals lange darüber diskutiert, wie wir die Innenstadt in Richtung Altstadt führen. 

Letztlich haben wir uns für Goldtaler entschieden, die im Boden eingelassen wurden. Jeder Bürger konnte auf Wunsch Taler erwerben und sich somit noch mehr mit der Stadt identifizieren. Das wurde gerne angenommen“, so der Rathaus-Chef. Mitte der 2000er-Jahre seien die ersten Goldtaler eingebaut worden.

„Gekostet haben die Taler damals 75 Euro“, berichtet Gabi Hein. Die 71-Jährige, die mit Hiltrud Hein nicht verwandt ist, hat sich ebenfalls Plaketten aus Edelmetall gekauft. „Ich habe früher für meine Mutter immer Medikamente aus der Apotheke in der Fußgängerzone geholt. Als sie gestorben ist, habe ich mir gedacht, dass es schön wäre, einen Platz der Erinnerung zu haben.“

Also ließ sie für ihre Mutter und ihren Vater Goldtaler an der Apotheke einlassen. „Ich habe darüber hinaus auch einen Taler für mich sowie zwei für meine Schwestern, die weit wegleben, anbringen lassen. So sind sie immer auch bei mir in Korbach.“

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