Männergesangverein Goddelsheim lädt zu einem musikalisch außergewöhnlichen Abend ein

Grandioses Konzert der Meisterchöre

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Lichtenfels-Goddelsheim - Mehr als 300 Musikbegeisterte folgten am Samstagabend der Einladung des Männergesangvereins „Liedertafel 1878“ Goddelsheim zu einem musikalisch hochkarätigen Konzert, gestaltet von drei Meisterchören und einem Solistenensemble.

„Musik soll begeistern“. Mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende des Männergesangvereins Liedertafel, Thomas Behle, die Gäste, und mit Schuberts Abendlied als Auftakt setzten die Gastgeber unter der Leitung ihres langjährigen Chorleiters Holger Born sogleich anspruchsvolle musikalische Maßstäbe. Im weiteren Programmverlauf erfreute der Meisterchor des Mitteldeutschen Sängerbundes das Publikum mit dem irischen Segenslied, dem Song der „Toten Hosen“ „Nur zu Besuch“ und weiteren beliebten Musikstücken, darunter Reinhard Meys „Welch ein Geschenk ist ein Lied“. Tatjana Kouper von der Musikschule Korbach übernahm die Klavierbegleitung. Einmal mehr zeigten die Lichtenfelser Sänger an diesem Abend ein breitgefächertes Repertoire, dass sie stimmlich hevorragend beherrschten.

Für Holger Born, Chordirektor im Fachverband Deutscher Berufschorleiter, bedeutete der Auftritt mit dem MGV nicht die einzige Herausforderung an diesem Abend, denn er leitet auch den Meisterchor „Arion“ Weidenhausen, der bei dem Konzert ebenfalls auftrat.

Neue Wege in der Chormusik

Die 29 Sängerinnen und Sänger aus dem Wittgensteiner Land boten einen besonderen Hörgenuss mit drei Werken der geistlichen Musik: „The Blessing of Aaron“, „Unser täglich Brot“ und „Das Abendlied“. Im Laufe des weiteren Abends sangen sie auch Volkslieder und Popsongs wie etwa „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“. Hier machten ganz besonders Kira Müller und Katrin Gornig als Solistinnen auf sich aufmerksam.

Der Männergesangverein Oberndorf- Rüppershausen mit dem Dirigenten Matthias Merzhäuser, unter anderem Vorsitzender des Internationalen Chorleiterverbands, beschritt indes neue Wege der Chormusik, zum Beispiel mit einem ostafrikanischen Lied auf Kisuaheli oder dem englischsprachigen Lied der Navajo Indianer, „The Earth is my Mother“, das durch Trommelbegleitung und Sprechgesang die Zuhörer gleichermaßen berührte und mitriss.

Der Vortrag des bekannten Songs der ehemaligen DDR-Gruppe Karat „Über sieben Brücken“ war eine Hommage an den Berliner Mauerfall vor genau 25 Jahren. Ein Glanzpunkt des Abends war die Darbietung des Volkslieds „Der Hahn von Onkel Giacometeo“, das mit seinem humorvollen Text sowie dem Gegacker und Gekrähe einzelner Chorstimmen für großes Amüsement der Zuhörer sorgte. Stürmischer Beifall belohnte auch diesen Vortrag der 26 überwiegend jungen Sänger, so dass sie um eine Zugabe nicht herumkamen.

Niveauvoller Klanggenuss

Künstlerischer Höhepunkt des Abends war das Solistenensemble „enCHAHNTed“ unter Leitung des Dirigenten, Musikwissenschaftlers und Musikpädagogen Martin Winkler. Die ausgebildeten, klangreinen Stimmen der fünf Solistinnen und Solisten und die sensible Auswahl der vorgetragenen Musikwerke boten Klanggenuss auf hohem Niveau: Die Sängerinnen und Sänger trugen aus einem reichhaltigen Repertoire vor - geistliche Musik, Spirituals, ein barockes französisches Volkslied, Swing sowie selbst Elemente der italienischen Opera Buffa kamen zum Tragen. Auch hier erfüllten die Künstler nach dem enthusiastischen Beifall der Gäste den Wunsch nach einer Zugabe.

Mit dem abschließenden Auftritt der Gastgeber, dem zwei Zugaben folgten - darunter die „heimliche“ Nationalhymne Schottlands, „Loch Lomond“ - und lang anhaltendem Applaus ging das Konzert dem Ende zu. Selbst nach mehr als zweieinhalb Stunden Unterhaltung waren Vortragende und Zuhörer, die zu einem großen Teil bis zu 30 Kilometer Entfernung angereist waren, noch mit Begeisterung dabei. Nachdem sich die Goddelsheimer mit einem Präsent bei den engagierten Chorleitern bedankt hatten, klang bei Umtrunk und Imbiss, zubereitet durch Helfer der Liedertafel, der gelungene Konzertabend aus.

Von M. Roehrig-Weking

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