Korbach

Grippe schwächt Schulbetrieb an Alter Landesschule

- Korbach (nv). „Wir verzeichnen fast täglich neue Infektionen“, berichtet Robert Gassner, Schulleiter der Alten Landesschule Korbach (ALS). Die Grippe schwächt den Schulbetrieb, da immer mehr Lehrer ausfallen.

„Etliche Kollegen sind krank, und zwei schwangere Kolleginnen dürfen nach Vorgaben des Kultusministeriums derzeit nicht unterrichten“, erklärt Gassner. Um seiner Fürsorgepflicht als Arbeitgeber nachzukommen, habe er anordnen müssen, dass die Lehrerinnen zu Hause blieben. „Diese Regelung gilt bis zum zehnten Tag nach Beginn der zuletzt aufgetretenen Infektion mit H1N1 (Anm. d. Red: Schweingrippe) und wird sich daher wohl noch eine Weile hinziehen.“ Weiteres Problem: Für die Fächer, in denen Lehrer fehlen, findet die Schulleitung keine Vertretungskräfte. „Ich bin daher froh und stolz, dass fünf pensionierte Kollegen uns in dieser Notlage helfen“, betont Gassner. Die hohe Zahl der Infektionen mit verschiedenen Grippeformen führt Gassner auf den großen Einzugsbereich der ALS zurück. Im Gegensatz zu einer Grundschule würden Infektionen aus vielen verschiedenen Gebieten an die Schule gebracht. Bei den Eltern ist laut Gassner eine große Unsicherheit zu spüren, da viele Ärzte nicht mehr testeten, um welche Form der Grippe es sich handele. Hier liegt aus seiner Sicht die Gefahr: Damit die Kinder nicht zu viel Unterricht versäumten, würden sie schnell wieder zur Schule geschickt. Bei Kindern und Jugendlichen werde jedoch davon ausgegangen, dass sie erst zehn Tage nach Feststellung erster H1N1-Symptome niemanden mehr anstecken könnten. Bei Erwachsenen werde ein Wert von sieben Tagen angenommen. „Bei einigen Schülern können wir schon nicht genau sagen, ob sie noch als Jugendliche oder schon als Erwachsene eingestuft werden müssen“, verweist Gassner auf die Schwierigkeiten im Umgang mit der Grippewelle. Zum Schutz der Schulgemeinde ist Gassner verpflichtet, einen Schüler oder Kollegen mit Grippe-Symptomen nach Hause zu schicken. Die für den 27. November geplanten Großveranstaltungen, Basar und Lehrerhitparade, sollen dennoch stattfinden. „Es gibt keine Empfehlung, derartige Veranstaltungen abzusagen“, berichtet der Schulleiter. Wenn sich alle an die Empfehlungen zur Grippeprävention hielten, sei die Ansteckungsgefahr nicht größer als im täglichen Schulbetrieb. „Devise muss sein, niemanden fahrlässig anzustecken“, appelliert Gassner. „Dazu machen wir, was wir können.“

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