Gemeindeversammlung über Sanierung der Kirche in Obernburg

Großes Projekt, das Unterstützer sucht

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Vöhl-Obernburg - Der Startschuss für die Sanierung der Kirche in Obernburg fällt im Mai. 300 000 Euro kostet der erste Bauabschnitt. Darüber informierte der Kirchenvorstand während einer Gemeindeversammlung am Samstag.

Vor den 300 evangelischen Gemeindegliedern in Obernburg liegen aufregende Zeiten: Im Mai wird die Kirche fürs erste geschlossen. Dann nämlich soll der erste Bauabschnitt der Kirchensanierung starten. Fällig ist der schon länger. Denn die Balken im Dach sind alt geworden. „Und deswegen nehmen wir uns im ersten Bauabschnitt die Dachkonstruktion des Kirchenschiffes vor“, sagt Jörg Wiesemann vom Kirchenvorstand der Gemeinde Obernburg-Itter am Samstag.

Rund 30 Gemeindeglieder waren gekommen, um sich über den neuesten Stand der Sanierungspläne zu informieren. Bevor Architektin Ute Friedrich die Pläne vorstellte, erinnerte Jörg Wiesemann an die Bedeutung der alten Kirche. 1180 erbaut, war sie lange Zeit die Hauptkirche in der Umgebung. Während die Bergmänner in Thalitter später in die neue Bergkirche gingen, kamen die Landwirte und die Menschen aus Dorfitter auf den Berg nach Obernburg (wir berichteten). Die letzte Renovierung erlebte die kleine, schmucke Kirche von 1969 bis 1972. „Jetzt wird es Zeit, sie für die Zukunft zu rüsten“, sagt Jens Wiesemann. Nicht zuletzt, weil bereits 2013 die Baulastablösung endet und damit wertvolle Gelder verloren gehen würden.

Priorität hat nun die Sanierung des Kirchenschiffdaches, die im Mai beginnt. 300000 Euro kosten die Arbeiten. „Vor allem auf der Nordseite sind viele Balken marode“, sagt Wiesemann. Die mittelalterliche Dachkonstruktion soll aber erhalten werden. „Die Kosten für diesen Bauabschnitt sind bereits geschultert“, sagt Wiesemann. 100000 Euro übernimmt die Landeskirche, 100000 der Kirchenkreis, 71000 Euro kommen aus der Baulastablösung dazu, 20000 Euro aus den Rücklagen der Obernburger Gemeinde und für die restlichen 9000 Euro sorgt ein Darlehen. Für die Bauarbeiten werden Orgel und Bänke ausgebaut.

„Deswegen wäre es auch schön, wenn wir gleich anschließend mit dem zweiten Bauabschnitt beginnen könnten“, sagt Wiesemann. Dann steht die Innenrenovierung auf dem Programm. „Die Elektronik muss erneuert werden, vor allem die Heizung“, erklärt der Kirchenvorsteher. Außerdem soll ein neuer Weg über den Kirchturm zur Empore geschaffen werden. „Und wir wünschen uns die Wiederherstellung des Mittelgangs“, sagt Wiesemann. Der war 1969 zugunsten eines Gangs unter der Empore aufgegeben. Durch die Teilung der Bänke sollen Brautpaare und Konfirmanden künftig wieder mittig, über einen neuen Fußboden in die Kirche einschreite.

Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt sind mit 296000 Euro veranschlagt, die Finanzierung ist noch offen. „Wir hoffen, in den Kirchenerhaltungsfonds aufgenommen zu werden“, sagt Wiesemann. Und das bedeutet, dass die Gemeinde auf viele Spenden angewiesen ist. Erst recht, wenn auch der letzte Bauabschnitt verwirklicht werden soll: Die Kirchturmsanierung würde 170000 Euro kosten.

Eine erste Aktion, bei der Geld in die Renovierungskasse kommen soll, ist ein Mundargottesdienst mit anschließendem Essen am Ostermontag. Ab 10 Uhr predigt Dorothea Ambaum auf Platt. Anschließend wird zu Kaffee und Kuchen und einem Imbiss eingeladen. „Wir würden uns freuen, wenn sich Menschen, die sich mit der Pfarrkirche verbunden fühlen, spenden“, ruft Jörg Wiesemann auf. (resa)

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