Korbach

Grüne Wahlsieger in der Kreisstadt

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- Korbach. Die bürgerliche „Koop“ scheint in Korbach keine Zukunft mehr zu haben. Der erste Trend zeigt deutliche Zugewinne bei den Grünen, womit sich die Gewichte im Parlament verschieben. Die CDU stagniert offenbar in der Kreisstadt.

Die Marschroute der SPD in Korbach war klar: „Wir wollen die politische Führung übernehmen.“ Ob es am Ende reicht, war am Sonntagabend noch nicht klar. Denn in der detaillierten Auszählung der Stimmzettel am heutigen Montag stecken noch zu viele Unwägbarkeiten.„Positiv sehe wir, dass die SPD nach wie vor die stärkste Fraktion bleibt“, betonte Spitzenkandidat Martin Dörflinger bei der Wahlrunde im Rathaus. Und zusammen mit den Grünen ergäbe sich eine strategische Mehrheit im Parlament. „Leider konnten wir als SPD nicht profitieren. Das ist enttäusched“, resümierte Dörflinger. Denn im Vergleich der Trendergebnisse hatte die SPD gegenüber 2006 an Stimmen eingebüßt.

Beste Laune herrschte dagegen bei den Grünen. „Wir freuen uns riesig über diese ersten Trendergebnisse“, unterstrich Spitzenkandidatin Heike Kramer. „Und wünschen uns natürlich, dass wir am Ende vielleicht sogar noch zulegen“, fügte sie an. Das Vertrauen der Wähler „möchten wir mit Inhalten und guter Kommunalpolitik“ rechtfertigen, blickte die Grünen-Spitzenfrau nach vorne.

Nach all den Turbulenzen innerhalb der eigenen Fraktion in den vergangenen beiden Jahren gab es derweil auch bei der CDU viel Optimismus. Im Vergleich zur Wahl 2006 erntete die Union einen kleinen Zuwachs – an den die Partei wohl im Vorfeld selbst nicht geglaubt hatte. „Wir haben die Listen neu aufgestellt, einen fleißigen und ehrlichen Wahlkampf gemacht, haben versucht, uns von der großen Politik abzukapseln – und sind belohnt worden“, zog Ulrike Tönepöhl ein erstes Fazit. Dabei hofft Heinz Merl, zuletzt Parlamentschef, dass die Union beim Auswerten der Stimmzettel sogar noch mehr zulegen kann.

Darauf setzen auch Freie Wähler (FW) und FDP, denn die „Bürgerlichen“ hatten 2006 bereits von Kumulieren und Panaschieren profitiert. „Mein Wunsch war natürlich ein besseres Trendergebnis als 2006“, sagte FW-Spitzenkandidat Kai Schumacher nachdenklich. „Aber ich erwarte noch wesentliche Verschiebungen am Montag, zumindest bei den kleineren Fraktionen.“

Unter Druck geriet bei den Trends am Sonntagabend ebenso die FDP. „Durch unsere Persönlichkeiten auf der Liste gehen wir aber davon aus, dass wir durch Kumulieren und Panaschieren noch Vorteile ziehen“, hieß die optimistische Devise von FDP-Spitzenkandidat Arno Wiegand.

An eine bürgerliche „Kooperation“, die in den vergangenen zehn Jahre im Parlament die Mehrheit stellte, glauben derweil weder FWG noch FDP in Zukunft. „Wir möchten uns an Sachpolitik orientieren, nicht an Bündnissen“, erklärte Kai Schumacher (FW). Die „Koop“ wie früher habe ohnehin in den vergangenen Monaten in der Praxis nicht mehr bestanden.

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