Geringere Geschwindigkeit für mehr Sicherheit und weniger CO2-Ausstoß

Grüne wollen mehr Tempo-30-Zonen in Korbach

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Tempo 30-Zone in Korbach: In der Hagenstraße muss wie in vielen anderen Bereichen der Innenstadt das Tempo angepasst werden. 

Korbach – Wer langsam fährt, verursacht weniger Lärm und sorgt für mehr Sicherheit auf der Straße. Davon sind die Grünen im Korbacher Parlament überzeugt. Aus diesem Grund hat die Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag eingebracht, der darauf abzielt, die Zahl der Tempo-30-Zonen in der Korbacher Innenstadt zu erhöhen.

Konkret geht es den Grünen um die Louis-Peter Straße und den Nordwall.

„Hier liegen besonders schützenswerte Bereiche wie die Schule und das Altersheim, in denen es schon Tempo-30-Zonen gibt. In den kurzen Abschnitten davor und dahinter darf man aber 50 fahren. Diese Bereiche stellen eine besondere Gefährdung dar“, berichtete die Grünen-Fraktionsvorsitzende Heike Kramer. „Auch wenn es hier noch keine Unfallschwerpunkte gibt, muss für die wachsende Zahl an Fahrradfahrern das Sicherheitsgefühl erhöht werden, um so auch die Attraktivität des klimaneutralen Verkehrs zu steigern.“

Auch das Europäische Parlament empfehle in seinem Aktionsplan für mehr Verkehrssicherheit, in Wohnbereichen und auf allen einspurigen Straßen in Stadtgebieten, die keine getrennte Fahrbahn für Radfahrer haben, eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern vorzuschreiben. Dies sorge für einen besseren Schutz schwächerer Verkehrsteilnehmer.

„30 Stundenkilometer kann man zudem auch im höheren Gang und weniger hochtourig fahren“, betonte Heike Kramer. Somit verbrauche man weniger Sprit und senke den Ausstoß von CO2.

Richtig angetan vom Vorschlag der Grünen zeigten sich die übrigen Fraktionen nicht. Ursache war wohl auch der Bericht des Ordnungsamtsleiters Carsten Vahland, der an einer Grafik deutlich machte, dass nahezu die gesamte Innenstadt schon jetzt mit Tempo-30-Zonen ausgestattet ist. „Mann kann sagen, dass wir das flächendeckend umgesetzt haben. Auf den Hauptverkehrsstraßen sind bewusst 50 Stundenkilometer erlaubt, da in einer Stadt wie Korbach auch Abflussverkehr gewährleistet sein muss. Wenn dies nicht der Fall wäre, bekämen wir Verkehrsprobleme, die wir aktuell nicht haben“, so Vahland.

Es sei eher nicht sinnvoll, weitere Tempo-30-Zonen einzuführen, weil es dann einen Verdrängungsverkehr gebe. „Wenn überall nur 30 Stundenkilometer erlaubt sind, ist es prinzipiell egal, wo man lang fährt. Dann könnte es passieren, dass Verkehrsteilnehmer über mehrere kleine Straßen den schnellsten Weg durch die Stadt nehmen und damit für mehr Verkehr in Bereichen sorgen, die sonst weniger frequentiert werden.“

Kai Schumacher (Freie Wähler), Heinz Merl (CDU) und Arno Wiegand (FDP) sahen dies ähnlich. Schumacher sagte: „In den meisten Straßen in der Korbacher Innenstadt wird ohnehin unter 50 gefahren, weil es die Verkehrsführung nicht anders hergibt. Ich sehe auch keinen Vorteil bei der Ökobilanz, denn bei geringeren Geschwindigkeiten wird auch ständig abgebremst und angefahren. Das sorgt für mehr Spritverbrauch.“

Am Ende einigten sich die Stadtverordneten jedoch mehrheitlich darauf, den Antrag zumindest einmal als Prüfauftrag an den Bürgermeister zu geben.

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