Usseln: Männergesangverein verabschiedet Georg Lungwitz

Grüner Kaktus und lustige Witwe

Willingen-Usseln - Abschied im Frack: Im festlichsten aller Herrenazüge hat Georg Lungwitz am Samstag zum letzten Mal den Männergesangverein Eintracht Usseln dirigiert.

Nach acht Jahren, fast 340 Proben und vielen Auftritten steht Georg Lungwitz zum letzten Mal vor dem Männerchor aus Usseln – standesgemäß im Frack und in Lackschuhen. Das Abschiedskonzert für den Chorleiter spannt einen musikalischen Bogen aus den schönsten Stücken der vergangenen Jahre – „Querbeet“ eben. Unterstützt von Pianistin Yevgenia Schott und Tenor Thomas Schwill bietet die Sängerschar in gut zwei Stunden eine spritzige Mischung aus Neujahrskonzert und Liederabend.

Vom „kleinen grünen Kaktus“ bis zu Edvard Griegs publikumswirksamer Kantate „Landerkennung“ mit Thomas Schwill als norwegischen König Olav Trygvason reicht das Repertoire. Viel Operette ist dabei: Etwa „Ach, die Weiber“ aus Lehárs „Lustiger Witwe“ oder „Komm, Zigány“ aus „Gräfin Mariza“. Da ist das „Chianti-Lied“, bei dem mancher Besucher selig mit einstimmt: „Ja, ja, der Chianti-Wein“. Aber auch einen typischen Männerchorsatz haben die 48 Sänger im Programm: den „Wandrer“ von Gerd Sorg – damit schließt sich der Kreis: Es ist das erste Lied, das Lungwitz und die Eintracht gemeinsam einstudiert hatten.

Thomas Schwill kann an diesem Abend sein musikalisches und schauspielerisches Talent zur Freude des Publikums unter Beweis stellen. Den „Chor der Schmiedegesellen“ begleitet er rußverschmiert und hammerschwingend. In Heino Gazes Schlager „Hab‘n Sie nicht ne Braut für mich“ berlinert er schlitzohrig. Mit „La donna é mobile“ aus Verdis Rigoletto, der Arie schlechthin, hat Schwill seinen ersten Auftritt auf der Bühne in der Schützenhalle.

Dirk Wilke und Ralf Heine aus dem Vorstand führen launig durch den Abend, erklären gewitzt Hintergründe zu den Stücken und zaubern zum Abschluss als Überraschung Lungwitz Nachfolgerin Ksenia Revtova aus dem Hut. Ihre neue Chorleiterin hat die Eintracht den ganzen Abend über am Klavier versteckt – als Notenwenderin.

Als Andenken überreicht der Vorstand – bestehend aus Gerhard Biederbick, Ralf Heine, Christian Rummel und Dirk Wilke – ein Gruppenfoto des Chors, das sich wie ein Mosaik aus 5000 winzigen Einzelbildern zusammensetzt. „Wir haben dir viel zu verdanken“, sagen Wilke und Heine, die an Konzerte zum 125-jährigen Bestehen des Gesangvereins oder zur Einweihung der Kiliansorgel in Korbach erinnern. Aber auch die Geselligkeit im Verein sei Lungwitz immer wichtig gewesen.

Schade nur, dass die mehr als 300 Zuschauer sich nicht dafür entschieden haben, eine Zugabe einzufordern. Das wäre der Leistung aller Beteiligten auf der Bühne angemessen gewesen.

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