Helminghäuser laden am Samstag zum„Staumauerfest“ ein · Lichtshow am Abend

Grundsteinlegung vor 100 Jahren

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Seltenes Schauspiel: Wenn der Diemelsee überläuft, peitschen die Wassermassen die Staumauer herunter.

Diemelsee - Um den Wasserstand für die Weserschifffahrt konstant zu halten, wird 1912 der Grundstein für die Staumauer der Diemeltalsperre gelegt. An dieses Ereignis, das der Region ein neues Gesicht gibt, erinnern die Helminghäuser am Samstag beim „Staumauerfest“.

Trotz großer Proteste der Bewohner des Diemeltals gegen die Überflutung ihrer Heimat starten die Bauarbeiten für die 194 Meter lange Schwergewichtsmauer (siehe Zahlen und Fakten) vor 100 Jahren. Die Entscheidung geht auf das Gesetz „betreffend der Herstellung und des Ausbaus von Wasserstraßen“ vom 1. April 1905 zurück. Als Standort wählen Architekten die nur 70 Meter breite Schlucht nahe des westfälischen Dorfes Helminghausen. Am benachbarten Eisenberg können sie die Steine direkt gewinnen. 1923 setzen Arbeiter im Kraftwerksgebäude am Fuß der Mauer den Schlussstein. Das Tal wird geflutet und bekommt durch die Diemeltalsperre ein neues Gesicht, denn der See macht das hessisch-westfälische Grenzgebiet fortan zur Ferienregion (WLZ-Sonderbeilage, 15. August).

Die Grundsteinlegung vor 100 Jahren feiert der Förderverein Helminghausen am Samstag ab 14 Uhr mit einem „Staumauer-Fest“ auf dem Gelände vor der Mauer. Bereits ab 11 Uhr sind Hubschrauberrundflüge möglich. Start ist hinter der Kirche. Erwachsene zahlen 30 Euro, Kinder 25 Euro.

Nach der Eröffnung um 14 Uhr stehen Geschicklichkeitsfahren mit Segways und Unterhaltung mit dem Musikverein Bontkirchen im Festzelt auf dem Programm. Kleine Gäste vergnügen sich auf der Hüpfburg, beim Tretbootfahren sowie an der Kletterwand. Die Höhenretter des THW Korbach seilen sich zur Übung an der Mauer ab.

Exponate zum Mauerbau präsentieren die Helminghäuser im und rund um das Kraftwerksgebäude. Diemelseekönigin Verena Meier kürt um 17.30 Uhr die Gewinner einer Losaktion. Hauptgewinn sind 500 Euro in bar. Die Band „Wildlive“ spielt ab 19 Uhr. Eine Lichtshow setzt die Mauer gegen Abend in Szene.

Groß gefeiert wurde am Diemelsee letztmals 1998: 75 Jahre nach der Fertigstellung der Staumauer begingen Diemelseer, Marsberger und Gäste gemeinsam das „JubiSeeUm“. Die Mauer war zuvor von 1995 bis 1997 für rund 20 Millionen Mark saniert worden. Ein Vollstau war wegen Beschädigungen seit 1984 nicht mehr möglich gewesen. Dabei wurden zahlreiche Druck- und Temperaturfühler in das Bruchsteinmauerwerk eingelassen sowie ein Kontrollgang in die Mauer gesprengt.

Zahlen und Fakten

Die von 1912 bis 1923 erbaute Diemeltalsperre, die ebenso wie die 1914 fertig gestellte Edertalsperre vom Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. Münden bewirtschaftet wird, dient der Unterstützung der Schifffahrt auf der Weser, dem Hochwasserschutz und der Stromerzeugung. Darüber hinaus nutzt sie Tourismus, Fischerei und Naturschutz.

Die Staumauer, deren Bau vor 100 Jahren begann (siehe weiteren Text), ist rund 42 Meter hoch. Die Krone der Schwergewichtsmauer ist 194 Meter lang und sieben Meter breit. Die Sohlenbreite beträgt 31 Meter. Das Staubecken fasst etwa 20 Millionen Kubikmeter Wasser. Es ist diemelaufwärts 4,0 und itteraufwärts 3,1 Kilometer lang. Die Maximaltiefe liegt bei 34,2 Metern. Die Wasserfläche beträgt 1,65 Quadratkilometer.(nv)

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