Hansestadt will 2014 die Kosten für öffentliches Bauland um 10 Prozent erhöhen

Grundstückspreise steigen

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Kräne und Bagger beherrschen die Szenerie im Baugebiet auf der „Holunderflosse“ in Korbach.

Korbach - Bauen wird teurer in Korbach. Die Stadt hebt die Preise für öffentliches Bauland um zehn Prozent an. Im Vergleich mit anderen Städten und Gemeinden bleiben die Preise in der Hansestadt moderat.

Ausreichend Bauland, das ist seit Jahrzehnten ein Kernstück der Korbacher Kommunalpolitik. Das Wortungetüm „Bodenvorratspolitik“ steht stellvertretend dafür: Die Stadt erwirbt Land, wandelt es danach in Baugrund um und verkauft ihn zu günstigen Konditionen - ob Wohnsiedlung oder Gewerbeland.

Der Bauboom der 90er-Jahre hat sich zwar gelegt, doch die Nachfrage von Häuslebauern in der Kreisstadt ist nach wie vor rege, erklärt Volker Thielemann (Liegenschaftsamt).

Vor allem die Kernstadt steht im Blickpunkt, während die Nachfrage in vielen Dörfern gering ist. Hier spielt auch die demografische Entwicklung eine große Rolle: Die Bevölkerung nimmt ab, insbesondere im ländlichen Raum.

Zugleich sind Städte und Gemeinden weiterhin in finanzieller Not. So schnürt die Hansestadt derzeit ein neues Sparpaket, um die Kassenlage zu verbessern. Davon bleiben auch die Preise für öffentliches Bauland nicht verschont.

Der Magistrat schlägt rund zehn Prozent Aufschlag in Kernstadt und Ortsteilen vor. „Wir denken, dass Korbach damit den Vergleich zu anderen Kommunen weiterhin nicht scheuen muss“, heißt die Devise.

Boden plus Erschließung

Die Ausschüsse des Parlaments segneten die Preissteigerung diese Woche bereits ab, entscheiden wird am 14. November die Stadtverordnetenversammlung.

Die Preise in den Ortsteilen reichen künftig von 11,50 Euro pro Quadratmeter in Rhena über 14,50 Euro in Hillershausen bis 17,50 Euro in Strothe. Deutlich teurer sind die Grundstücke mit 31,50 Euro in Lelbach, das sehr nahe an der Kernstadt liegt.

In der Kernstadt wächst derweil das aktuelle Baugebiet auf der „Holunderflosse“ am Stadtrand Richtung Strothe. Der Quadratmeter kostet dort bislang 30,50 Euro - ab Januar 2014 sollen 33,50 Euro fällig werden.

Diese Preise beziffern derweil nur Grund und Boden, denn die Erschließungskosten (Straße, Kanal etc.) kommen obendrauf. Voll erschlossen addiert sich der Quadratmeterpreis in der Kernstadt auf 72 Euro, in Lelbach auf 56 Euro, in Eppe beispielsweise auf 43,50 Euro „Bruttoverkaufspreis“. Diese Konditionen für öffentliche Baugrundstücke sollen bis Ende 2015 dann stabil bleiben.

Korbach im Vergleich

Bruttoverkaufspreise wie in Korbach sind derweil nicht überall im Waldecker Land üblich. Denn Grundstückskäufer gehen in der Hansestadt in Vorleistung: Sie bezahlen mit dem Kauf bereits die Erschließung, die aber erst deutlich später erfolgt. So werden diese Kosten etwa in Bad Wildungen erst fällig, wenn die Erschließung tatsächlich erfolgt.

Unterm Strich liegt Korbach bei den Kosten für öffentliches Bauland mitten im Rennen (siehe nebenstehenden Text). In Bad Arolsen und Willingen (Usseln) liegen die Preise für freie Grundstücke derzeit auf ähnlichem Niveau, in Bad Wildungen sind sie in der Kernstadt, in Reinhardshausen und Odershausen deutlich höher als in der Kernstadt Korbach.

Nicht einbezogen in diese Kalkulation sind verbleibende Filetstücke aus privater Hand. Für solche Grundstücke in zentraler Lage müssen Käufer mitunter ein Vielfaches bezahlen.

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