Mitgliederversammlung wählt einstimmig neuen Vorsitzenden:

Günter Engemann leitet den Waldeckischen Geschichtsverein

Vereint im Team: der wieder vollständige Vorstand des Waldeckische Geschichtsvereins. Von links zu sehen sind Schatzmeister Heiner Hast, der Vizevorsitzende Thomas Kraft aus Bad Wildungen, der neue Vorsitzende Günter Engemann aus Bad Arolsen, die Vizevorsitzende Britta Hein aus Korbach und Schriftführer Klaus Mombrei. Foto: Schilling
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Vereint im Team: der wieder vollständige Vorstand des Waldeckische Geschichtsvereins. Von links zu sehen sind Schatzmeister Heiner Hast, der Vizevorsitzende Thomas Kraft aus Bad Wildungen, der neue Vorsitzende Günter Engemann aus Bad Arolsen, die Vizevorsitzende Britta Hein aus Korbach und Schriftführer Klaus Mombrei.

Der Bad Arolser Günter Engemann ist neuer Vorsitzender des Waldeckischen Geschichtsvereins: Bei der Wahl im Korbacher Bürgerhaus erhielt er 100 Prozent der Stimmen.

Alle Arme gingen am Sonntag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Waldeckischen Geschichtsvereins im Korbacher Bürgerhaus nach oben, als es um die Wahl des neuen Vorsitzenden ging: Der Bad Arolser Günter Engemann erhielt alle Stimmen. „Das ist eindeutig“, stellte der Vizevorsitzende Thomas Kraft fest.

Vorstand wieder vollständig

Damit ist der Vorstand wieder vollständig. Die Vizevorsitzende Britta Hein deutete die Turbulenzen an, die es nach der ungeregelten Amtsübergabe 2018 gegeben hatte. Die Aufarbeitung führten mit dazu, dass der neu gewählte Vorsitzende Dr. Jürgen Römer sein Amt schon im Juli 2019 aus Gesundheitsgründen wieder aufgeben musste. „So etwas gab es noch niemals im Verein – und ich hoffe, es kommt auch in den nächsten 50 Jahren nicht wieder.“ 

Hein warb für Engemann: „Der Vorstand unterstützt ihn uneingeschränkt, er ist ein geeigneter Kandidat für diesen Posten.“

Engemann stellte sich der Versammlung vor, dabei ging der geborene Landauer und ehemalige Pfarrer in Usseln und Korbach auf seine enge Bindung an Waldeck ein. Dann umriss er Aufgaben des Vorstandes – die  WLZ berichtete

Fünf Ziele

Fünf Ziele definierte er aus derzeitiger Sicht:

  • „Rahmenbedingungen zu schaffen, dass andere Forschung leisten können“. 
  • Die Familienforschung vorantreiben. 
  • Das Waldecker Platt dokumentieren und einheitliche Standards der Erfassung festlegen. 
  • Die Jugendarbeit durch die Zusammenarbeit mit Schulen forcieren. 
  • Unterschiedliche Gruppen unter dem Dach des Geschichtsvereins zusammenbringen, die sich mit der waldeckischen Geschichte befassen.

  „Es gibt viel zu tun“, sage er. „Ich bin gern bereit, das einzubringen, was ich tun kann.“ 

"Innere, sachliche Ruhe"

Der Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich bezeichnete sich als „bekennendes Mitglied“. Er wertete die Wahl als „Signal für die Zukunft und Neuausrichtung" des Vereins. „Ich kenne Günter Engemann seit Jahren, er ist profiliert und hat eine innere, sachliche Ruhe.“ Friedrich und Kraft urteilten, Engemann könne „das Schiff Geschichtsverein wieder in ein ruhigeres Fahrwasser steuern“.

Zwei neue Ehrenmitglieder

Zu Ehrenmitgliedern des Waldeckischen Geschichtsvereins ernannt: Von links zu sehen sind der Vorsitzende der Diemelstädter Bezirksgruppe, Walter Bracht, die Geehrten Friedrich Hübel und Karl Heinemann und der neue Vorsitzende Günter Engemann.

Als erste Amtshandlung ernannte der neue Vorsitzende Günter Engemann die beiden verdienten Heimatforscher Karl Heinemann und Friedrich Hübel aus Rhoden zu Ehrenmitgliedern des Geschichtsvereins. 

Karl Heinemann habe das Rhoder Platt dokumentiert und in einem elektronischen Wörterbuch erfasst, 5500 Datensätze habe er zusammengetragen und rund 50 Mundart-Geschichten gesammelt. 

Außerdem habe er an Büchern mitgewirkt – über alte Arbeitsformen in Wald und Feld, den jüdischen Friedhof in Rhoden sowie über Balkeninschriften und Hausnamen. Mit Heinrich Bodenhausen habe der ehemalige Mitarbeiter des Bauamtes ein Kataster von Häusern und Bodendenkmälern zusammengestellt und Hügelgräber oder Zeugnisse der Lohgerberei in Wäldern erfasst. Und er verfasste mehrere Broschüren etwa zur Wasserversorgung. 

Friedrich Hübel habe sich um die Familienforschung verdient gemacht. Er wirkte 1994 am Rhoder Ortssippenbuch mit und schrieb 2009 und 2019 die Neuauflagen. Er verfasste die Bände für Dehhausen, Wrexen, Ammenhausen, Hörle und die vier Dörfer des Roten Landes, er arbeitete an der Ausgabe für Ober-Waroldern mit und hat derzeit Orpetal in Arbeit. „Dahinter steckt eine Menge Kleinarbeit.“ 

Außerdem schrieb Hübel Band I der Chronik der Rhoder Schützengesellschaft und arbeitete am zweiten Band mit. Hübel habe ein „phänomenales Gedächtnis“. Für langjährige Mitgliedschaft im Verein erhielt er bereits die silberne Ehrennadel.

Neue Homepage

Der stellvertretende Schriftführer Alexander Schwerdtfeger-Klaus stellte die neue Homepage des Vereins vor, an der er viele Stunden gearbeitet hat. Sie soll demnächst freigeschaltet werden.

Den Auftrag hatte er noch von Dr. Römer erhalten. Die bisherige Seite sei seinerzeit durchaus innovativ gewesen, sie sei auch gut zu gebrauchen, sagte er. Doch sie sei "in die Jahre gekommen" und müsse überarbeitet werden.

Die alten Inhalte werden übernommen, sollen aber ergänzt werden. Die sieben Bezirksgruppen können sich präsentieren, ihre Angebote einstellen und um Mitglieder werben.

Weitere Verbesserungen kämen ständig hinzu. So sollen die Inhaltsverzeichnisse der Geschichtsblätter als PDFs eingepflegt werden. Auch Bilder fehlten noch. 

Aus der Versammlung kamen die Vorschläge, das Waldecker Platt auch in Tondokumenten über die Homepage bereit zu stellen. Auch die Verlinkung zu anderen für Geschichtsforscher wichtigen Seiten wie LAGIS wurde angeregt.

Bericht des Vorstands

Zu Beginn hatte Thomas Kraft einen Bericht über die Arbeit des vorigen halben Jahres gegeben. Er erinnerte daran, dass Philipp Emanuel Uwe Wecker die Geschäftsstelle  übernommen hatte, Philipp Wilhelm Emde betreut mit Untersützung seines Vaters Dirk die Bibliothek und das Archiv. 

Britta Hein kündigte an, die Bestände sollten verzeichnet werden, dabei helfe der Historiker und Lehrer Erich Müller mit. Außerdem werde die Satzung überarbeitet.

Erneute Wahlen im September 2021

Nachdem mit Günter Engemann einen Kandidat gefunden worden sei, habe der geschäftsführende Vorstand die außerordentlichen Mitgliederversammlung angesetzt, sagte Kraft. "Wir wollten nicht bis September warten, wir wollten signalisieren: Es tut sich was." 

Gewählt sei Engemann  zunächst bis September 2021: Bei der Jahrestagung stünden dann die turnusgemäßen Wahlen des gesamten Vorstands an. Dann geht es wieder im normalen dreijährigen Rhythmus weiter. (-sg-)

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