Vorstand nominiert den pensionierten Pfarrer aus Bad Arolsen

Günter Engemann will Vorsitzender des Waldeckischen Geschichtsvereins werden

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Er kandidiert beim Waldeckischen Geschichtsverein fürs Amt des Vorsitzenden: der pensionierte Pfarrer Günter Engemann. Er lebt inzwischen in Bad Arolsen.

Die Führungsspitze des Waldeckischen Geschichtsvereins dürfte demnächst wieder komplett sein: Der Vorstand hat einen Bewerber gefunden, der das Amt des Vorsitzenden gern übernehmen würde: der pensionierte Pfarrer Günter Engemann. 

Deshalb gibt es am Sonntag, 16. Februar, eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Beginn ist um 14 Uhr im Raum 101 des Korbacher Bürgerhauses. Nach einem kurzen Bericht des geschäftsführenden Vorstands über die vorigen vier Monate stellt sich Günter Engemann der Versammlung vor. Danach geht es an die Wahl des neuen Vorsitzenden. 

"Geeigneter Kandidat"

„Der Vorstand des Geschichtsvereins hält Herrn Engemann für einen geeigneten Kandidaten, um den Verein in den nächsten Jahren zu führen und zu repräsentieren“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Britta Hein. Die Idee, ihn zu nominieren, hatte der Korbacher Walter Hellwig – auch er ein historisch interessierter Pfarrer im Ruhestand. Er sprach Engemann an. Auch Britta Hein besuchte ihn und erläuterte ihm die Aufgaben des Vorsitzenden. Ergebnis: „Er hat Zeit und Lust“, erklärt sie. 

Weiterer wichtiger Punkt: „Er ist teamfähig, das liegt ihm am Herzen.“ Hein kennt Engemann schon aus seiner Zeit als Pfarrer in Korbach, er habe sich immer wieder ehrenamtlich in die Bezirksgruppe des Geschichtsvereins eingebracht, die Hein leitet. Bei der Jahrestagung 2015 in Korbach hielt er die Festpredigt in der Nikolaikirche. Seit seinem Umzug nach Bad Arolsen arbeitet er in der dortigen die Bezirksgruppe mit. 

Für ihn spreche auch, dass er den größten Teil seines Lebens in der Region verbracht habe, sagt Hein. Seine Vertretungsgottesdienste führten ihn in viele Gegenden Waldecks, er sei bekannt. Und es passe gut, dass er heute in Arolsen lebe: Dort befindet sich auch die Geschäftsstelle des Geschichtsvereins.

Gebürtiger Waldecker

Günter Engemann kam 1954 in Landau zur Welt und wuchs in Volkmarsen auf. Nach dem Abitur studierte er Theologie in Bethel und Marburg. 

Nach dem Vikariat in Gemünden trat er 1979 in Usseln seine erste Stelle als Pfarrer an. 1986 wechselte er nach Hofgeismar, doch es zog ihn zurück nach Waldeck: 1998 wurde er Pfarrer an der Korbacher Nikolaikirche. 

Nach 39 Dienstjahren verabschiedete die Gemeinde Engemann am 4. Dezember 2016 in den Ruhestand, er zog mit seiner Frau nach Bad Arolsen.

Der Vorsitzende müsse kein Historiker sein, betont Hein. Mit Thomas Kraft und Alexander Schwerdtfeger-Klaus seien zwei Leute vom Fach im Vorstand vertreten, Hein ist Kunsthistorikerin.

 Engemann stellte sich in der jüngsten Sitzung des erweiterten Vorstands vor – und fand allgemeine Zustimmung. Daraufhin nominierte ihn der Vorstand. 

Rückzug von Dr. Römer

Wie berichtet, hatte der bisherige Amtsinhaber Dr. Jürgen Römer Mitte Juli 2019 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt. Er zog damit die Konsequenz aus der Doppelbelastung, die sich aus seinem Beruf und dem Ehrenamt ergeben hat. 

Er war erst im September 2018 in Hesperinghausen gewählt worden, auch viele andere Vorstandsposten wurden neu besetzt. Doch eine geordnete Amtsübergabe hat es seinerzeit nicht gegeben. Daher habe der neue Vorstand vor einer „gewaltigen Aufgabe“ gestanden, beschrieb Dr. Römer. Es habe lange gedauert, „bis die dringendsten Fragen geklärt werden konnten“. Als dieser Berg an Aufgaben abgearbeitet war, musste er sein Amt aufgeben.

Bei der Jahreshauptversammlung im September 2019 in Bad Arolsen fand sich wie erwartet kein Nachfolger. Der vierköpfige Vorstand aus den stellvertretenden Vorsitzenden Britta Hein und Thomas Kraft, Schatzmeister Heiner Hast und Schriftführer Klaus Mombrei führte die Geschäfte daher weiter. In vier Wochen kommt voraussichtlich ein neuer Vorsitzender hinzu. (-sg-)

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