Korbach

Gütesiegel-Entscheidung verschoben

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- Korbach (lb). Mehr Ökologie oder mehr Ökonomie? Die Stadtverordneten haben die Entscheidung über eine strengere Zertifizierung des Stadtwaldes auf 2012 verschoben.

SPD und Grüne hatten im Mai beantragt, den Stadtwald nach dem strengen FSC-Gütesiegel (Forest Stewardship Council) für nachhaltige Forstwirtschaft zu zertifizieren. Korbachs Forst wird zurzeit noch nach dem PEFC-Standard (Pan-European Forest Certification) bewirtschaftet. Beide Gütesiegel sollen mehr Naturschutz und Nachhaltigkeit ermöglichen. Nach einem ersten Zwischenbericht des Magistrats über einen möglichen Wechsel haben sich die Stadtverordneten entschlossen, vor einer Entscheidung den neuen Forstentwicklungsplan abzuwarten, der 2012 erstellt werden soll. Aufbauend auf eine Waldinventur wird darin die Planung für die Waldbewirtschaftung der nächsten zehn Jahre festgelegt.

Die meisten Kommunen in Hessen begnügen sich derzeit mit der Zertifizierung nach PEFC. 87 Prozent der gesamten Waldfläche werden laut Hessischem Waldbesitzerverband derzeit nach den Regeln dieses Systems bewirtschaftet. Der im Vergleich strengere FSC-Standard lässt nicht heimische Baumarten, wie Douglasie oder Roteiche, nur in geringem Umfang zu. Schädlingsbekämpfung mit Bioziden ist nur auf behördliche Anordnung erlaubt. FSC fordert außerdem, zehn sogenannte Biotopbäume pro Hektar zu sichern – Bäume mit Höhlen und alte Baumveteranen. Mögliche monetäre Vorteile durch FSC sieht der Magistrat nicht: Nur die Papier erzeugende Industrie zahle geringfügig höhere Preise, der Anteil von Papierholz sei im Stadtwald allerdings sehr gering.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 23. August

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