Berufliches Gymnasium in Korbach

Guter Jahrgang mit 89 Abiturienten

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Die Absolventen des Beruflichen Gymnasiums haben gestern in der Stadthalle ihre Abizeugnisse entgegengenommen.Fotos: Kobbe

Korbach - Mit viel Licht und wenig Schatten rechnen die 89 Abiturienten im neuen Lebensabschnitt: Kaum einer kam ohne Sonnenbrille zur Abschlussfeier.

Von der Champions-League-Hymne bis zu Helene Fischers Schlager „Fehlerfrei“ reichten die Einzugsmelodien der sieben Kurse. Dabei sollten die Sonnenbrillen, die viele auch in verspiegelter Version trugen, den Augenblick des Erfolgs wohl noch unterstreichen. An der Feier in der Stadthalle nahmen rund 500 Eltern, Geschwister, Verwandte, Lehrer und Mitschüler teil.

Mit 89 Absolventen wurde am Freitag der bislang größte Abschlussjahrgang des 2003 gegründeten Beruflichen Gymnasiums verabschiedet. Ihn zu charakterisieren, fiel nicht allen Beteiligten so leicht wie Werner Schmal, dem Leiter der Beruflichen Schule Korbach-Bad Arolsen: „Sie waren ein guter Jahrgang“, stellte er in seiner Rede fest, „mit einer großen Bandbreite im Leistungsspektrum“, und die Schülerinnen und Schüler seien nun ausgestattet mit Teamgeist, Konzentration und der Fähigkeit, sich klare Ziele zu setzen.

Harte Arbeit und Genuss

Aus deren Sicht handelte es sich allerdings um einen „ziemlichen Chaotenhaufen“, wie die beiden Absolventen Natalia Krysta und Ricardo Leal Mestre in ihrer launigen Abschiedsrede einräumten - um zu ergänzen: „Ohne diesen Haufen wären die vergangenen drei Jahre nur halb so erträglich gewesen.“

Lehrer Thorsten Goos sprach in diesem Zusammenhang von den „Kuchenjahren“. Backen habe sich zu einer Art Schlüsselkompetenz in der Oberstufe entwickelt. An manchem Gebäck sei sogar der gerade im Unterricht behandelte Stoff ablesbar gewesen. Ihm hätten die häufigen Frühstückstreffen und die gute Versorgung mit Nervennahrung aber vor allem gezeigt, dass „harte Arbeit, intensives Lernen und Genuss kein Widerspruch sein muss“, fasste der Studienrat die Erfahrungen mit seiner allerersten Abiturklasse zusammen.

Das Reifezeugnis bezeichnete Goos als „Eintrittskarte und Türöffner“: Je besser die Abiturnote, desto größer die Chance, „weit vorne zu sitzen“. Er empfahl jedoch auch: „Findet euer eigenes Tempo, euren eigenen Rhythmus und beherzigt das chinesische Sprichwort: Gehe langsam, wenn du es eilig hast.“

13 Einser-Absolventen

Einen „relativ entspannten Umgang mit Noten“ bescheinigte Uwe Schönrock, Abteilungsleiter für das Gymnasium, den Absolventen. In besonderem Maße respektabel seien aber nicht nur die Leistungen der 13 Einser-Absolventen, sondern auch die Anstrengungen derjenigen, die unter erschwerten Bedingungen lernen mussten und am Ende dennoch ihre Prüfungen bestanden hätten.

Bürgermeister Klaus Friedrich hatte in seinem Grußwort um Mitgefühl für die Gymnasiasten geworben, „die es nicht geschafft haben“. Den erfolgreichen Absolventen wünschte er „einen Superstart“ in die neue Lebensphase.

Vom Scout-Ranzen zur Lose-blattsammlung: Der Rucksack- und Taschenmode im Wandel der Schulzeit nahm sich Landrat Dr. Reinhard Kubat an, um zu verdeutlichen, wie schnell aus ABC-Schützen Abgänger werden. Seine besten Wünsche für die Zukunft verband er mit dem Hinweis: „Geht hinaus, lernt, sammelt Erfahrungen, aber vergesst nicht, wo ihr herkommt. Und zieht in Erwägung, einmal mit eurem Wissen in den Landkreis zurückzukehren.“

Besonders begabten, vielseitig interessierten und sozial engagierten Schülern überreichte Friedrich Behlen Geldpreise des Rotary-Clubs Korbach-Bad Arolsen. Acht Fußballer erhielten den von Jürgen Kettschau gestifteten Sportpreis.

Von Thomas Kobbe

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